Kündigungen bei Dreiring-Werk Krefeld

Personalabbau : Kündigungen bei Dreiring-Werk Krefeld

Die Belegschaft wurde informiert. Betroffen sind insgesamt 40 Arbeitnehmer.

Der zur Kappus-Gruppe gehörende Seifenhersteller „Dreiring-Werk & Co. KG“ in Krefeld muss im Zuge der Sanierung Personal abbauen. Darüber hat sich Insolvenzverwalter Franz-Ludwig Danko mit dem Betriebsrat geeinigt. Die Belegschaft wurde am Mittwoch am Standort informiert. Betroffen sind insgesamt 40 Arbeitnehmer. „Das ist ein harter Einschnitt, der weder uns noch dem Betriebsrat leichtgefallen ist“, schreibt dazu Danko in einer Pressemitteilung. „Er ist aber zwingend notwendig, damit der Standort Krefeld weiterhin eine Perspektive hat.“ Danko führt den Geschäftsbetrieb des Unternehmens seit September unter Insolvenzbedingungen fort und strebt eine Sanierungslösung an.

90 Arbeitsplätze des Unternehmens bleiben bestehen

Das Insolvenzrecht erlaubt eine Fortführung allerdings nur, wenn dadurch keine dauerhaften Verluste für die Gläubiger entstehen. „Das wäre ohne deutliche Einsparungen bei den Personalkosten der Fall“, erläuterte Danko. Nach Verhandlungen hat sich Danko deshalb mit dem Betriebsrat über einen Abbau von 40 der insgesamt 130 Arbeitsplätze geeinigt. 30 Mitarbeiter werden betriebsbedingt gekündigt. Die Kündigungen werden zum Monatsende ausgesprochen und zur jeweiligen Kündigungsfrist wirksam. Hinzu kommen zehn befristete Arbeitsverhältnisse, die nicht verlängert werden. „Mit der reduzierten Personalstärke sind wir in der Lage, den Standort weiter fortzuführen und bleiben auf Sanierungskurs“, sagte Danko.

Bei der Investorensuche gebe es unterdessen Fortschritte: Der Interessent für die Übernahme der gesamten Kappus-Gruppe hat vor einigen Tagen ein verbindliches Angebot vorgelegt. Nach Zustimmung des Gläubigerausschusses will Danko demnächst in konkrete Kaufvertragsverhandlungen einsteigen. „Dass wir in Krefeld unsere Kostenstruktur in den Griff bekommen, wird natürlich auch von den potenziellen Investoren genau registriert, mit denen wir verhandeln“, so Danko. An den beiden weiteren Standorten der Kappus-Gruppe in Riesa und Heitersheim läuft der Geschäftsbetrieb unterdessen stabil. Dort sind derzeit keine Personalmaßnahmen geplant.

Die Kappus-Gruppe hatte im September 2018 Insolvenzantrag gestellt, nachdem sie durch stark gestiegene Rohstoffpreise und hohen Preisdruck in finanzielle Bedrängnis geraten war. Mit einem Jahresumsatz von zuletzt rund 50 Millionen Euro und einer jährlichen Produktion von mehr als 50 000 Tonnen Seife gehört Kappus zu den größten Seifenherstellern in Westeuropa. Das Unternehmen beliefert eine Reihe von Großkunden in Einzelhandel und Kosmetik mit Fest- und Flüssigseifen, die dann unter deren Markennamen in den Handel kommen.

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