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Krefelds Spielplätze haben 350 Paten

163 Spielplätze in Krefeld : Krefelds Spielplätze haben 350 Paten

Mamas und Papas, Omas und Opas, Vereine und Initiativen, Schulklassen und Jugendeinrichtungen – sie alle können die Patenschaft für einen der 163 Krefelder Spielplätze übernehmen. Seit mehr als 25 Jahren gibt es das Patenschaftsprojekt in der Stadt, aktuell kümmern sich mehr als 350 Paten darum, dass die Plätze sauber und attraktiv bleiben.

Wirklich ausreichend ist das allerdings noch nicht.

„Für jeden Spielplatz müsste es mindestens fünf Paten geben“, sagt Ulrike Willems vom Krefelder Kinder- und Familienbüro. Denn diese sorgten dafür, dass sich hier ein lebendiger Treffpunkt entwickele. Außerdem haben die Kinder auf dem Platz mit den Paten einen Ansprechpartner, der sich für ihre Belange einsetzt.

Vanessa Pennartz ist eine von ihnen. Die junge Mutter – Sohn Jakob ist drei Jahre alt, Sohn Paul ein halbes Jahr – kümmert sich um den Spielplatz Am Schwarzkamp in Traar. Sie wohnt hier gleich um die Ecke und hat ihn schon besucht, bevor sie auf die Idee kam, dort auch Patin zu werden.

Spielgeräte-Container sind
richtige Schatzkisten

„Es ist wichtig, regelmäßig hier zu sein“, berichtet die Spielplatzpatin. Ist zum Beispiel die Schaukel kaputt, meldet sie das der Stadt, greift aber auch schon mal zum Besen oder zum Rechen, wenn es notwendig ist.

Die Arbeitsgeräte sind in einem Container gelagert, wie es ihn auf vielen Spielplätzen der Stadt gibt. Die Paten haben dafür den Schlüssel. In diesen „Schatzkisten“ verbergen sich außerdem Aufsitz-Bagger und Sandförmchen, kleine Schaufeln und Seifenblasen-Sets, Seilchen und Bälle – kurz, jede Menge Spielzeug für die unterschiedlichsten Altersklassen. Es sei sehr praktisch, das nicht immer mit zum Spielplatz schleppen zu müssen, meint Vanessa Pennartz. Auch ein Erste-Hilfe-Set ist in den Containern vorhanden.

Während sie von ihren Aufgaben als Patin berichtet, hat Sohn Jakob schon mal mit dem Fegen begonnen. Viele Kinder auf dem Spielplatz sind derzeit ganz wild auf den Aufsitzbagger. Die Paten geben solche Hinweise ans Kinder- und Familienbüro weiter, dann kann ein Bagger mehr im Spielgeräte-Container bereitgestellt werden.

Jeweils im Frühjahr und im Herbst werden die Container auf Vollständigkeit überprüft. „Es kommt selten etwas weg“, berichtet Ulrike Willems. Im Gegenteil: Auch Spielsachen, die von Eltern mitgebracht wurden, finden sich in den Kisten. Der Container im Kaiser-Wilhelm-Park war zuletzt aber zweimal aufgebrochen worden.

Vannessa Pennartz spricht von ihrer Patenschaft als  „schöne Aufgabe“. Stress und Ärger sei damit nicht verbunden. Und es sei kein Drama, im Urlaub mal einige Wochen nicht zu kommen. Auch die Anregung von Spielplatzfesten oder Spieleaktionen gehört zu ihrem Aufgabenbereich – wobei wegen Corona solche Aktivitäten zuletzt ausfallen mussten.

Andererseits hätten die Spielplätze der Stadt durch die Pandemie noch einmal eine ganz andere Bedeutung als Begegnungsort der Generationen bekommen, ergänzt Ulrike Willems. Ein richtiger Boom sei entstanden, auch die Zahl der Paten habe zugenommen. Zu wenige davon gebe es nach wie vor in der Innenstadt.

Die Mitarbeiterinnen im Kinder- und Jugendbüro bereiten derzeit eine Info-Kampagne vor, um neue Spielplatzpaten zu gewinnen. Sie begleiten und beraten diese auch bei ihrer Aufgabe. Die Paten können den zeitlichen Aufwand, den sie leisten möchten, selbst bestimmen. Bei Umgestaltungen „ihres“ Platzes werden sie mit einbezogen. Versichert sind sie über die Stadt Krefeld. Die Aufgabe scheint auf jeden Fall erfüllend zu sein: Manche Paten, so berichtet Ulrike Willems, sind schon seit Generationen dabei und kommen mittlerweile mit den Enkelkindern.