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Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer bestimmt neuen Dezernenten

Oberbürgermeister ordnet Geschäftsbereich neu : Meyer macht Preen zum neuen Wirtschaftsdezernenten

Lange Zeit wurde er gefordert, jetzt ist er da. Wenn Eckart Preen in den kommenden Wochen seine Unterschrift unter seinen neuen Arbeitsvertrag setzt, hat Krefeld ihn: Den Wirtschaftsdezernenten. Spätestens zum 1. September hin soll der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) und der Grundstücksgesellschaft (GGK) seinen neuen Posten im Geschäftsbereich eins des Oberbürgermeisters Frank Meyer übernehmen.

Meyer stellte Preen und seine zukünftigen Aufgaben als Dezernent, der nicht den Status eines Beigeordneten mit eigenem Geschäftsbereich haben wird, am Freitag im Rathaus vor. „Es gab ja bereits lange Zeit den Wunsch von großen Unternehmen oder auch der IHK, einen Wirtschaftsdezernenten in Krefeld zu installieren. Ich bin mir sicher, dass Eckart Preen, der als Wirtschaftsförderer bereits in viele Gespräche, Planungen und Prozesse eingebunden war, diese Rolle hervorragend ausfüllen wird“, sagt Meyer. Der „Auserwählte“ sieht seinen neuen Aufgabe als „große Möglichkeit Synergiepotentiale“ zu nutzen. „Die Herausforderungen für die Unternehmen sind in Zeiten der Corona-Krise enorm. Mir ist es wichtig, die Anliegen der Unternehmer im Verwaltungsvorstand zu platzieren“, erklärt Preen.

Preen soll sich auch um das Thema Digitalisierung kümmern

Offiziell wird Preens Dezernat, das dem Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters angeschlossen ist, den Titel „Wirtschaft und Digitalisierung“ tragen. Neben den beiden Aufgabenbereichen soll sich Preen als „Außenminister“ zukünftig auch für die regionale und internationale Zusammenarbeit einsetzen. Auf gemeinsamen Geschäftsreisen hätte Meyer nach eigenen Angaben sofort gespürt, wie sehr der designierte Wirtschaftsdezernent für das Thema internationale Vernetzung brenne. Preen, so erklärt es Meyer weiter, soll aber trotz seines neuen Postens dennoch Geschäftsführer der beiden städtischen GmbHs WFG und GKK bleiben. Meyer will durch die Installation von Preen eine Zusammenarbeit mit Perspektive geschaffen haben. „Ich mache keine Terminpolitik“, sagt der Oberbürgermeister, der für eine weitere Amtszeit kandidiert und guter Hoffnung ist, bei der Wahl am 13. September in seinem Amt bestätigt zu werden.

Ratsbeschluss ist für den Dezernatsposten nicht nötig

Bis dahin will der Oberbürgermeister aber in den kommenden beiden Ratssitzungen noch einige Punkte abhaken und Prozesse auf den Weg bringen. So wird Meyer in der Sitzung am kommenden Dienstag – der letzten vor der Sommerpause und der vorletzten in der Legislaturperiode – seine Entscheidung für Preen den Mitgliedern des Stadtrates vorstellen. Ihre Zustimmung braucht Meyer in dieser Personalangelegenheit nach eigenen Angaben aber nicht. „Da es sich lediglich um eine Aufgabenumverteilung in meinem Geschäftsbereich handelt, ist das nicht nötig.“ Das bedeutet aber auch: Preen wird kein Beigeordneter.

An anderer Stelle wird hingegen weiterhin nach neuem Personal gesucht. Die vakante Stelle des Anfang des Jahres ausgeschiedenen Beigeordneten Thomas Visser (Geschäftsbereich Umwelt/Soziales/Gesundheit) ist nach Angaben des Oberbürgermeisters bereits Ende Mai nach einem zuvor gefassten Ratsbeschluss ausgeschrieben worden. Derzeit suche man gemeinsam mit einem externen Personaldienstleister nach einem geeignetem Kandidaten. Und auch die Nachfolge von Stadtdirektorin Beate Zielke soll durch eine entsprechende Ausschreibung in der kommenden Ratssitzung auf den Weg gebracht werden.

Bezogen auf die Vorwürfe des Bezirksvorstehers Sayhan Yilma, Grüne und SPD, hätten im Zuge der Nicht-Wiederwahl von Stadtdirektorin Beate Zielke „eine unsägliche Postenabsprache“ durchgesetzt, sagt Meyer deutlich: „Ich kann da einigen Leuten ernsthaft nur raten, verbal abzurüsten. Wer sagt, es stehe bereits fest, wer zukünftig den Beigeordnetenplatz im Geschäftsbereich drei besetzt, spricht grob die Unwahrheit.“