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Krefelds Krankenhäuser auf dem Weg zur Normalität

Nicht nur Corona-Infizierte im Blick : Krefelds Krankenhäuser auf dem Weg zur Normalität

 „Wir haben genügend gelernt, um ein Leben mit Corona hinzubekommen“, sagt Michael Wilke, Regionalgeschäftsführer der Alexianer Krefeld GmbH. Sein Krankenhaus ist nicht das einzige in der Stadt, das in diesen Tagen erste Schritte auf dem Weg in eine veränderte Normalität unternimmt.

Auch Helios und das St. Josefshospital in Uerdingen haben sich der vorsichtigen Lockerung des Bundesgesundheitsministerium angeschlossen. Mehr Patienten sollen wieder behandelt werden können, ohne jedoch andere Leidende, Mitarbeiter und Ärzte einer erhöhten Gefahr durch die Lungenkrankheit Covid-19 auszusetzen. Das heißt: Höchste Vorsicht bleibt, doch soll der Blick geweitet werden wieder für Erkrankte, die durch die Corona-Pandemie ins Abseits geraten sind. Es gebe Behandlungsrückstand, so heißt es in einer Mitteilung der Alexianer. „Auch verschiebbare Behandlungen sind letztlich notwendige Behandlungen“, sagt Wilke.

Frühere Patienten jetzt in deutlich schlechterem Zustand

Patienten, die jetzt ins Krankenhaus kämen, seien oft in einem deutlich schlechteren Zustand als vor der Pandemie. „Das ist eine ganz gefährliche Entwicklung“, sagt Wilke. Angst sei der Grund, sich in den Hospitälern anzustecken. Hans-Jürgen von Giesen, Ärztlicher Direktor der Alexianer GmbH, sagt: „Sobald ein Patient zu uns kommt, kann er sicher sein, dass die Behandlung mit der erwartbaren Qualität verläuft. Kein Patient muss Bedenken haben.“

So soll jeder Leidende im Vorfeld der Behandlung auf Covid19 getestet werden, erst nach einem Ergebnis wird er entweder auf einer Isolierstation oder eben auf einer normalen Station untergebracht. Alle Notfallpatienten, bei denen man aufgrund der Kürze der Zeit noch keine Diagnose in Bezug auf Corona stellen kann, würden erst einmal als Positiv-Getestete betrachtet und isoliert behandelt. „Wir erhöhen die Schlagzahl, aber solange die Corona-Maßnahmen greifen, fehlt die Infrastruktur für einen 100-prozentigen Betrieb“, sagt Geschäftsführer Michael Wilke.

Ähnliches hört man auch aus dem Uerdinger St. Josefshospital der Malteser: „Wir haben bereits in dieser Woche begonnen die geplanten Operationen wieder leicht hoch zu fahren. Dabei halten wir uns selbstverständlich strikt an die Anweisungen, die wir vom Gesundheitsministerium bekommen haben und halten eine ausreichende Anzahl an Betten für Covid-19 erkrankte Patienten vor“, sagt Sprecher Patrick Pöhler.

Helios: „Schrittweisen Einstieg in die Regelversorgung“

Das Helios-Klinikum spricht von einem „schrittweisen Einstieg in die Regelversorgung.“ Basierend auf Vorgaben von Land und Bund habe das Unternehmen deshalb ein Konzept für das „schrittweise, sinnvolle“ Hochfahren des Betriebs entwickelt. Die Klinik bleibe weiterhin für Covid-19-Patienten, Verdachtsfälle und daran nicht-erkrankte Leidende geteilt. Die Trennung beginnt im Notfallzentrum. „Eine Normalität, wie wir sie vor Corona hatten, wird es dabei im Krankenhaus wie auch in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens noch nicht geben“, sagt Sprecherin Marina Dorsch. Weiterhin werden Zimmer für Covid-10-Patienten freigehalten.

Besuch in Seniorenhäusern wird wieder ermöglicht

Beim Thema Besuchszeit sah es bisher eher schlecht aus für die Angehörigen. Es bestand ein Besuchsverbot in den Krankenhäusern. Ausnahme bildeten die Patienten, die palliativ, also in den letzten Tagen ihres Lebens betreut und versorgt werden. Von Samstag bis Montag soll nun aber ein Besuch in Seniorenhäusern und Wohneinrichtungen der Wiedereingliederung stattfinden dürfen. Wie es am Montag weitergeht, stand bis Redaktionsschluss noch nicht fest.

Im Helios soll die bestehende Besuchsregelung beibehalten werden, teilen die Verantwortlichen mit. Diese ließe in Einzelfällen und in Absprache mit dem medizinischen Personal auch Erweiterungen unter den erforderlichen Schutzmaßnahmen vor. „Unser Pandemieteam bespricht sich regelmäßig, um die aktuellen Entwicklungen zu bewerten und gemeinsam notwendige Entscheidungen zu treffen“, sagt Dorsch.