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Krefelds Feuerwehr und Polizei muss in Uniform schwitzen

Krefelds Feuerwehr und Polizei muss in Uniform schwitzen

Hitzebedingt dürfen Mitarbeiter der Stadt um 6 Uhr anfangen. Mediziner empfiehlt, Trinkmenge zu verdoppeln.

Was für ein Sommer! Eins muss man dem Schönwetter-Gott ja lassen: Auf die Sonne ist in diesem Jahr Verlass. Zuverlässig scheint sie seit Wochen — mit klitzekleinen Unterbrechungen — vom Himmel. Und das sogar in den Sommerferien. Diese Woche erwarten Meteorologen einen neuen Hitzerekord: Bis zu 35 Grad Celsius sind am Donnerstag und Freitag in Krefeld drin.

Das schöne, heiße Sommerwetter hat aber auch seine Risiken und Nebenwirkungen — nämlich für diejenigen, die es aus gesundheitlichen oder beruflichen Gründen nicht so genießen können, wie sie vielleicht gerne würden. Die Mitarbeiter von Polizei und Feuerwehr etwa kommen dieser Tage in ihren Uniformen besonders ins Schwitzen. Kurzarmhemden: ja, „darunter tragen die Kollegen im Streifendienst aber ihre schusssichere Weste und auch sonst aus Eigensicherungsaspekten dieselbe Kleidung wie sonst“, sagt Polizeisprecherin Katrin Wentker. Bei der Feuerwehr sieht es ganz ähnlich aus, wie Feuerwehrsprecher Christoph Manten erzählt: „Wir haben im Dienst keinen großen Spielraum, die Einsatzbekleidung ist Pflicht.“ Die sei nicht nur ziemlich schwer. „Unter der Brandschutzhose über der normalen und Jacke ist man schnell komplett nassgeschwitzt“, sagt Manten. „Wir versuchen uns, wenn möglich, nicht viel in der Sonne aufzuhalten, unsere Übungen in den Morgen- oder Abendstunden zu machen und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten.“

Abseits vom Schwitzen haben die schweißtreibenden Temperaturen aber noch eine andere Auswirkung auf die Arbeit der Feuerwehrkräfte: „In den vergangenen Tagen ist erkennbar, dass wir an Böschungen mit vertrocknetem Gras vermehrt kleinere Feuerstellen löschen müssen“, sagt Manten. Schuld daran sei nicht immer die leichtfertig weggeworfene Zigarettenkippe, manchmal reiche auch schon die Reflexion in einer Glasscherbe, um ein Feuer zu entfachen. Der Feuerwehrsprecher appelliert an alle Bürger: „Auch wenn es kein generelles Verbot gibt: Momentan sollte man sich Rauchen im Wald oder Grillen, selbst an dafür ausgezeichneten Plätzen, unbedingt verkneifen.“ Die Brandgefahr sei wegen der Trockenheit einfach zu hoch.

Bei der Stadtverwaltung können die Mitarbeiter dank einer hitzebedingt eingeführten Gleitzeitregelung zwischen 6 und 9 Uhr mit der Arbeit beginnen, und nachmittags bereits ab 15 Uhr ihre Arbeit beenden. „Diese Regelung gilt für alle Fachbereiche, Institute und sonstigen Organisationseinheiten der Stadtverwaltung und ist zunächst befristet bis zum 30. Juli“, heißt es von der Stadt. Die Sprechzeiten der Verwaltung blieben aber unverändert. Die Mitarbeiter der Stadtreinigung (GSAK) würden sich über eine solche Regelung vielleicht freuen — geplant sei derzeit aber nicht, eher mit der Arbeit zu starten. „Aus Lärmschutzgründen dürfen wir nicht vor 7 Uhr Morgens mit der Müllabfuhr beginnen, das ginge nur mit einer Ausnahmegenehmigung“, sagt GSAK-Geschäftsführer Wilfried Gossen. Man achte aber darauf, dass die Mitarbeiter mit ausreichend Flüssigkeit versorgt seien. Stichwort Flüssigkeit: An ausreichend Trinken führt dieser Tage kein Weg vorbei — und zwar „deutlich mehr als die üblichen eineinhalb bis zwei Liter Wasser, nichts Gezuckertes (Kalorien), kein Alkohol (gefäßerweiternd) dafür gehen Fruchtsaftschorlen. Gesunde Menschen können ihre Trinkmenge ruhig verdoppeln“, rät der Krefelder Internist Dr. Bernhard Lüdemann.

Anders sei das bei Patienten mit Herzschwäche, die schnell Wasser einlagern, was etwa zu Atemnot führen kann. Hier empfiehlt der Mediziner tägliches Wiegen. Ansonsten gilt: „Leichte Kleidung tragen, sich in kühlen Räumen und schattigen Orten aufhalten, leichte Kost — Obst, Gemüse und Fischgerichte — essen und auf Fettiges verzichten.“ Denn um deftige Fleischgerichte zu verarbeiten, braucht der Magen mehr Blut. „Das fehlt dann an anderer Stelle und ist ein Grund mehr dafür, dass wir uns an heißen Tagen schlapp fühlen“, erklärt Lüdemann. Wer Symptome wie Fieber, Schwindel, Kopfschmerzen und Erbrechen bei sich und anderen beobachtet, sollte sofort reagieren: „Ein Hitzeschlag kann lebensbedrohlich sein“, warnt der Mediziner.