Genießermarkt: Krefeldern schmeckt das Folklorefest

Genießermarkt: Krefeldern schmeckt das Folklorefest

Das neue Angebot am Rande der Folklore-Veranstaltung kommt beim Publikum gut an.

Krefeld. Anja Vennekel hat das ostafrikanische Gericht Kilwa Berai auf dem Porzellanteller. „Köstlich“, sagt sie und ihr Mann Alexander blickt etwas neidisch von seinen italienischen Nudeln auf das Rindfleisch mit Zwiebeln und Peperoni aus Eritrea.

Zubereitet hat es Nasret Teklyes mit ihrer Familie. Sie kocht zum zweiten Mal für das kulinarische Angebots des Folklorefestes. Erstmals haben die Organisatoren einen „Genießermarkt“ eingerichtet, gleich neben der großen Bühne am Platz an der Alten Kirche.

Anja und Alexander Vennekel sind aus Verberg gekommen und finden das neue Angebot klasse. Neben den kulinarischen Leckerbissen aus aller Welt, zu denen Speisen aus Portugal, Indien, Griechenland, Marokko (Veggie) und der Türkei gehören, sind auch die heimischen Buletten vertreten.

Außerdem wird dort auch ein kleineres Bühnenprogramm sowie vor allem ausreichende Sitzgelegenheiten geboten. Ein wichtiger Teil der Versorgungsstruktur ist sozusagen Back Stage zu finden: Das Rote Kreuz aus Tönisvorst ist dort mit seinem Spülmobil stationiert und sorgt für den reibungslosen Umlauf der Teller und Bestecke.

Das Ehepaar Vennekel kommt wegen der Vielfalt des Festes jeweils am letzten Ferienwochenende in die Stadt. „Die bunte Mischung des kulturellen und kulinarischen Angebots aber auch der Menschen ist es, was das Fest ausmacht“, meint Alexander Vennekel und meint damit auch das fröhliche Miteinander vieler Nationen und Generationen.

Die junge Frau Nasret Teklyes, die aus der eritreischen Hauptstadt Asmara stammt, sieht das auch so. „Ich fühle diese Offenheit der Menschen. Ich fühle mich dabei einfach akzeptiert und aufgenommen in dieser Gemeinschaft.“ In diesem Jahr ist der Pinguin das Leittier des Festes. Alle rund 150 Helfer haben das grüne T-Shirt mit dem Maskottchen an, das hier jedoch ausnahmsweise mal keine Kufen trägt.

Moderator Helmut Wenderoth vom Kresch-Theater sagt zwischen den Band-Auftritten Worte, die wohl noch öfter gesagt werden müssen, wenn das multikulturelle Folklorefest vorbei ist: Es sei Zeit „Herzlich Willkommen zu den Flüchtlingen zu sagen. Wir sollten die Menschen, die in unser Land kommen mit offenen Armen empfangen.“

„Ein kostbares Stück Krefelder Sommer“, wie die Organisatoren selbst ihr Fest bezeichnen, sind diese drei Tage auch in der 38. Auflage. „Überwältigend“ war für Jordi Preußer besonders der Freitagabend mit den vier Krefelder Gruppen. „Das waren zwei bis drei Mal so viele Menschen, wie bisher an den Freitagen“, stellt das seit vielen Jahren für das Programm zuständige Vorstandsmitglied fest.

Trotzdem kündigt er an: „Im kommenden Jahr ist der Freitag wieder Tanzabend.“ Helmut Wenderoth, der zum elften Mal auf der Bühne moderiert, nickt dazu: „Das hat sich zu einem richtigen Stück Poesie des Festes entwickelt. Egal, bei welchem Wetter.“

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