Germanys next Speakerstars Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens

Krefeld · Eva Herold lebt und arbeitet im Wohnmobil und genießt die Freiheit, unabhängig zu sein. Andere will sie zu einem ähnlichen Lebensstil ermutigen – unter anderem mit der Teilnahme an einem Wettbewerb.

Das Büro im Wohnmobil: Eva Herold in ihrem Mitsubishi-Oldtimer.

Das Büro im Wohnmobil: Eva Herold in ihrem Mitsubishi-Oldtimer.

Foto: Ja/Jochmann, Dirk (dj)

Die Regentropfen prasseln auf das Dach des Oldtimer-Wohnmobils, das auf dem schmalen Parkplatz am Flugplatz Egelsberg abgestellt ist. Aus dem leicht geöffneten Fenster ist die Stimme von Eva Herold zu hören, die gerade ein Online-Seminar zur Persönlichkeitsentwicklung gibt. Wenige Augenblicke später steckt sie den Kopf zur Tür des Mitsubishi L300 heraus und heißt die WZ in ihrem „mobilen Zuhause“ willkommen.

Seit rund drei Jahren ist Eva Herold mit ihrem besonderen Gefährt unterwegs. „Manchmal mache ich das Navi aus und lasse mich von meiner inneren Stimme leiten“, sagt die 37-Jährige. Zielort unbekannt. Das Wohnmobil gebe ihr die Freiheit, da sein zu können, wo sie gerade sein möchte. Den Weg zu dieser Freiheit hat sich Herold selbst freigeräumt. „Ich habe mein Leben so aufgebaut, dass ich keinem Job nachgehen musste, der mir nicht gefällt“, sagt die Frau, die in Karlsruhe aufgewachsen ist und der Liebe wegen nach Krefeld kam.

Strom für den PC wird auf dem Dach des Wohnmobils erzeugt

Ihr Berufsleben hätte durchaus einem engeren Plan folgen können, nach dem Studium des Grundschullehramts, der Kindheitspädagogik sowie der Erlebnispädagogik im anthroposophischen Kontext. Oder aber nach der Ausbildung zur Handelsfachwirtin im Bio-Einzelhandel. Doch Eva Herold entschied sich für einen anderen Weg, ohne dabei das Erlernte links liegenzulassen. Insbesondere das Thema Wertschätzung ist der „Herzenskrefelderin“, als die sich Herold selbst bezeichnet, wichtig. Wertschätzung nicht nur für die Natur, sondern auch für die eigene Person. Ein Aspekt, den Herold auch in ihrer Selbstständigkeit immer wieder aufgreift, an ihre Klienten vermittelt. „Ich will dabei helfen, dass die Menschen wieder mehr auf ihre innere Stimme hören, ihrem ersten Impuls folgen“, sagt Herold. Denn der erste Impuls sei häufig Ausdruck des stärksten Wunsches. „Danach kommt der Verstand ins Spiel.“

Die 37-Jährige hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen bei der Suche nach der stärksten Intention, hin zu mehr Selbstbewusstsein und Stärke zu unterstützen – manchmal im persönlichen Gespräch, überwiegend aber in Videoberatungen im Internet. Und wie funktioniert das in einem Wohnmobil? Eva Herold hat ihr „Zuhause“ entsprechend aufgerüstet. Das Dach des Mitsubishi ist mit einem Solarmodul ausgestattet, der damit erzeugte Strom wird in großen Lithium-Ionen-Akkus gespeichert. So können auch dann Videokonferenzen gestartet werden, wenn die Sonne gerade mal nicht scheint. Eben wie an diesem Montag am Egelsberg. Einen Ort, an den Herold gerne fährt, um aufzutanken – nicht den Tank des Wohnmobils, sondern ihren eigenen. „Dieser Ort gibt mir so viel Energie“, sagt Herold und nennt die blühende Natur als einen Grund und nette Spaziergänger als einen zweiten.

Wenn gutes Wetter sei, stelle sie gerne auch einen Tisch und zwei Stühle vor das Wohnmobil, lade Passanten auf eine Tasse Tee und zu einem Gespräch ein. Gerade dieser Tage hat sie viel zu erzählen, will sie doch beim diesjährigen Wettbewerb „Germanys next Speakerstar“ auf der Bühne stehen. Gerade läuft die Bewerbungsphase, bis zum 16. Juni ein Online-Voting, für das Herold auf viele Stimmen hofft, um die nächste Runde zu erreichen. In ihrem Bewerbungsvideo unter dem Titel „Finde deinen Herzensweg“ skizziert Herold in nur zwei Minuten, wie sie selbst ihr persönliches Glück gefunden und dabei noch Spanisch gelernt hat. Eine spannende Reise, auf der es ihrer Ansicht nach auch einige Fügungen gab. Der Kauf des Wohnmobils war eine solche, sagt sie rückblickend. Ihr „mobiles Zuhause“ hat Eva Herold auf Ebay-Kleinanzeigen gefunden. Es stand in Essen. Bei der Besichtigung sei schnell klar gewesen, dass dies das richtige Gefährt sei. Der Grund: die Buchstabenkombination auf dem Kennzeichen. E-VA ist dort neben den Ziffern zu lesen. Und am Ende der Buchstabe H, ein Oldtimer eben.