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Krefelder Tiefbauamt will Hüttenallee behutsam verbreitern

Stadtwald : Ausbaupläne für Hüttenallee

Die Straße zwischen Europaring und Buschstraße muss dringend saniert werden. Wegen des alten Baumbestands links und rechts und des Kurvenverlaufs ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Für die Eheleute Elke und Ralf Boes hört sich das nach einer guten Lösung an, was die Verwaltung in der jüngsten Bezirksvertretung Ost zur Sanierung der Hüttenallee zu berichten hatte. Danach wird die schmale Waldstraße von Europaring bis Buschstraße nicht im Rahmen einer Sanierung dermaßen verbreitert und begradigt, dass sie sich für Lastwagen zu einer Durchfahrtstraße entwickeln könnte. Auch wolle die Verwaltung behutsam mit dem dortigen Baumbestand umgehen. Die Anwohner-Initiative hatte befürchtetet, dass bis zu 50 alte Bäume gefällt werden könnten. Tatsächlich ist nun nur die Rede von einem Baum und einem zweiten, der umgesetzt werden soll.

Derzeit zu eng und
übersät mit Schlaglöchern

Dass die Straße dringend saniert werden muss, daran besteht allerdings kein Zweifel. Der schlechte Straßenzustand der Hüttenallee sowie die enge Verkehrsführung haben so manchen Krefelder Auto- und Radfahrer schon in Not gebracht. Geplatzte Reifen wegen einzelner Schlaglöcher mit einer Größe von 40 Zentimeter Länge, etwa 20 Zentimeter Breite und 18 Zentimeter Tiefe, riskante Ausweichmanöver bei Gegenverkehr, aufgewühlte Seitenstreifen und riesige Wasserpfützen, weil der Regen nicht ablaufen kann, sind Mängel, die von dem engagierten Bürger Carlheinz Swaczyna wie auch der Anwohnerinitiative vor allem in der Fragestunde der Bezirksvertretung Ost immer wieder angesprochen wurden.

Als die Anwohner bei einem Vermessungstermin vor Ort im Sommer 2019 zufällig gehört haben wollen, dass bis zu 50 Bäume für einen Ausbau weichen müssten, wandten sie sich alarmiert an die Bezirksvertreter. Die Sprecher von CDU, SPD und Grüne betonten damals alle, dass es mit ihnen keine massive Fällung geben werde.

Die Fahrbahn ist derzeit auf dem Teilstück zwischen 4,80 und 5 Meter breit und schlängelt sich durch das Waldstück, vorbei am Großhüttenhof. Auf Grundlage der heutigen, gültigen Vorschriften beträgt eine Mindestfahrbahnbreite sieben Meter, um den Gegenverkehr nicht zu gefährden und Beschädigungen der Bankette, Trennstreifen und Grünanlagen zu vermeiden. Grund hierfür sind unter anderem die breiteren und größeren Pkw im Straßenverkehr heutzutage. Aber auch kleinere Zulieferer-Lkw, die die Abkürzung in die Stadt nutzen. Dabei gilt schon jetzt auf dem Teilstück ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern.

Im Juli 2018 hatte die Politik der Prioritätenliste für Straßenbaumaßnahmen einstimmig zugestimmt, in der auch die Sanierung des Teilstücks der Hüttenallee aufgelistet war. Einwände hatte es damals nicht gegeben. Erst als die Anwohner sich zu Wort meldeten, schauten alle genauer hin.

Laut des städtischen Tiefbauamts sieht die aktuelle Planung nun einen bituminösen Ausbau in 5,50 Meter Breite vor, daran angrenzend jeweils einen halben Meter Bankette. „Eine Reduzierung der Fahrbahn auf 5,50 Meter ist möglich bei geringer Begegnungshäufigkeit Lkw/Lkw und bei verminderter Geschwindigkeit (Tempo 30)“, sagt Stadtsprecher Dirk Senger. Zusätzlich sind Fahrbahnverengungen sowie eine Überquerungsmöglichkeit in Höhe des Friedhofes nahe des Rings vorgesehen. Die bestehenden Stellplätze des Kirchengemeindeverbandes für Besucher des Friedhos sollen in Schotterbauweise hergestellt werden.

Nach derzeitiger Einschätzung der Verwaltung muss in Höhe Großhüttenhof ein Baum gefällt und einer versetzt werden. „Ob gegebenenfalls weitere Bäume durch den Straßenbau betroffen sind, muss im Zuge der Entwurfs-/Ausführungsplanung geprüft werden, zum Beispiel durch eine baumfachliche Baubegleitung“, so Senger weiter.

Grundsätzlich bestehe in der Hüttenallee aufgrund der geringen Anzahl an Zufahrten und Parkplätzen die Möglichkeit, die Fahrbahn höher zu legen, so dass eine baumschonende Bauweise möglich ist und der Eingriff in die Wurzelbereiche der alten Bäume reduziert werden kann. Eine Herangehensweise, die der Grünen-Sprecherin in der BZV Ost, Sabine Hahn, gefällt.

In einem nächsten Schritt wird nun von der Krefelder Stadtverwaltung die Entwurfs- und Ausführungsplanung erarbeitet. „Das Ergebnis soll in einer der nächsten Sitzungen der BZV vorgestellt werden“, sagt Sabine Hahn. Erst mit der Zustimmung aus der Politik werde dann Auftrag an den Kommunalbetrieb zur Ausführung gegeben. Wann das sein wird, kann jedoch derzeit noch niemand sagen.