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Krefelder Tafel zieht um zum Westwall

Krefelder Tafel zieht um zum Westwall

Die Hilfsorganisation verteilt ihre Lebensmittel nun im Haus des Christlichen Vereins Junger Menschen.

Der Sommer vergeht. Und der Hochbunker an der Friedrich-Ebert-Straße ist zwar seit einigen Wochen eingerüstet, hat aber immer noch kein neues Dach erhalten, nachdem es der Sturm Burglind im Januar demoliert hatte. Die Krefelder Tafel war daher über mehrere Monate ausgewichen, konnte ihre Ausgabestelle am Bunker nicht nutzen. Zu gefährlich war es dort.

Nun hat sich für die Tafel und ihren Vorsitzenden Hansgeorg Rehbein eine neue Chance ergeben. Vor wenigen Tagen ist die Tafel umgezogen. Ihre Lebensmittel verteilt die Organisation nun im Haus des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) am Westwall 71.

Dreimal pro Woche, montags, mittwochs und donnerstags, können Bedürftige dort vorbeischauen. In zentraler Lage, auch für die Menschen aus den südlichen Bezirken gut erreichbar. Bisher gab es das Provisorium auf dem Schulhof der Gesamtschule Kaiserplatz in Sichtweite des Hochbunkers und des Büros der Tafel. Damit ist jetzt Schluss. Der Container und das Zelt mussten verschwinden. „Wir sind froh, dass wir die aktuellen Probleme überwunden haben“, sagt Rehbein. Denn das Warten auf die Reparatur des Bunkers hätte sich wohl auf ungewisse Zeit verlängert.

Eine Sanierung des Gebäudes ist derzeit nicht vorgesehen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in Bonn, der der Bunker gehört, teilte auf WZ-Anfrage mit: „Im Einvernehmen mit dem Nutzer beabsichtigt die BImA, den Hochbunker im derzeitigen Zustand baldmöglichst zu veräußern. Die Reparaturmaßnahmen sollen im Anschluss durch den Käufer eigenverantwortlich durchgeführt werden. Die Verkaufsverhandlungen dauern aktuell noch an.“ Dem Vernehmen nach ist die Stadt Krefeld an dem Gebäude aus dem Zweiten Weltkrieg interessiert, in dem die Tafel immer noch ihre Waren lagert.

Dort hat sie vier Kühlzellen. Die braucht sie auch, denn es kommt schon einmal vor, dass Inhalte ganzer Kühllieferwagen gespendet werden. Pizzen, Joghurts, tausende Stück.

Die Tafel möchte insgesamt noch dezentraler werden, erwägt, auch in Gartenstadt einen Tafelladen zu eröffnen. Die katholische Pius-Gemeinde soll die Bereitschaft für eine Zusammenarbeit signalisiert haben. Rehbein: „Ich habe eine Zusage erhalten. Es ist aber noch nichts in trockenen Tüchern.“ Ab Oktober könnte dort ein zweiter Standort neben dem Westwall bestehen. „Das wäre einmalig und besonders“, so der Tafel-Vorsitzende. Die Zeit der Ungewissheit ist erst einmal vorüber. anle