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Krefelder Stadtwerke verordnen Deutsch-Pflicht in Pausen

Krefelder Stadtwerke verordnen Deutsch-Pflicht in Pausen

Bei einigen Stadtwerke-Angestellten führt die Regelung zu Fragen.

Krefeld. Es ist nur einer von 16 Unterpunkten einer internen Hausordnung, die in den Personalräumen der Stadtwerke im Hansa-Centrum gilt. Unter Spiegelstrich neun heißt es: „Gespräche unter Kollegen sind nur in deutscher Sprache erlaubt“. Heißt im Umkehrschluss: Es ist verboten, wenn sich türkischstämmige SWK-Fahrer in türkischer Sprache unterhalten oder italienische auf Italienisch. Bei einigen Angestellten führt das zu Fragen. Offiziell sagt es natürlich niemand, der WZ liegt die Hausordnung vor.

Dabei gibt es gleich mehrere interessante Aspekte. Dass jeder seinen Müll wegräumen soll und das Stühlerücken nicht gerngesehen wird, verwundert wenig. Aber offensichtlich gibt es auch Gründe für die Verantwortlichen der Stadtwerke festzuhalten, dass „das Stehen mit den Füßen auf Toilettenbrillen oder Toilettenbecken“ nicht zulässig ist, ebenso wenig wie das „Waschen von Füßen in den Handwaschbecken der Toiletten, auch im Rahmen religiöser Waschungen“. Zu Störgefühlen führt aber offensichtlich nur die Deutsch-Plicht.

Die Stadtwerke gehen offensiv damit um. „Der Passus wurde aus eben genau dem Grund aufgenommen, damit sich niemand diskriminiert fühlt“, sagt Sprecher Dirk Höstermann. „Wir haben Fahrerinnen und Fahrer aus zahlreichen, verschiedenen Nationen. Um niemanden auszugrenzen und Grüppchenbildung zu vermeiden, wurde beschlossen, dass in den Diensträumen der SWK Mobil Deutsch geredet werden soll.“ Die Beherrschung der deutschen Sprache sei Grundvoraussetzung, um als Bus- oder Straßenbahnfahrer bei der SWK tätig zu sein.

„Dies ist der kleinste gemeinsame Nenner, damit sich alle Kolleginnen und Kollegen untereinander verständigen können. Uns liegt daran, ein Miteinander der verschiedenen Kulturen zu ermöglichen und niemanden auszugrenzen.“ Dafür organisiere man interne Aktionen wie „Abgefahrene Spezialitäten“. Höstermann: „Jeder Fahrer hat auf unserem Multikulti-Fest kulinarische Genüsse aus seiner Heimat mitgebracht. Ein voller Erfolg für mehr Völkerverständigung und gegen Diskriminierung“.