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Schutz: Krefelder rüsten auf gegen Einbrecher

Schutz : Krefelder rüsten auf gegen Einbrecher

Die Verunsicherung durch die hohen Einbruchszahlen veranlasst viele Bürger dazu, Haus oder Wohnung nachzurüsten.

Krefeld. Die Krefelder sind besorgt. Die Einbruchszahlen sind auf Rekordhoch, die Aufklärungsquote ist verschwindend gering. Drei Einbrüche am Tag weist die Kriminalstatistik der Polizei für das vergangene Jahr aus in Krefeld aus. Die Täter sind nur in den seltensten Fällen zu fassen, die Sorge in der Bevölkerung wächst, selbst Opfer eines Einbruchs zu werden.

Schutz: Krefelder rüsten auf gegen Einbrecher
Foto: Andreas Bischof

Die Spontanität der oft reisenden Täter macht es den Ermittlern so schwierig, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Die Kapazitäten für permanente Polizeistreifen in Wohngegenden und Stadtteilen reichen nicht aus.

„Und wenn eingebrochen wurde, kommt ja doch keiner“, sagt ein Mann in der Einbruchberatung der Polizei Krefeld am Mittwochabend. Das Vertrauen in die Aufklärungsarbeit der Polizei ist deutlich gesunken. Die Verunsicherung der Bürger ist spürbar. So sind die Informationsabende zu Einbruchsschutz bei der Polizei Krefeld trotz Extra-Terminen ausgebucht.

Für eine Einzelberatung bei den technischen Beratern der Polizei Krefeld gibt es ebenfalls lange Wartelisten. „Die Nachfrage ist riesengroß, derzeit sogar zu groß. Man merkt deutlich, dass die Situation sich verändert hat“, sagt Eden Nickel, der zusammen mit Michael Müller beim Kriminalkommissariat Vorbeugung an der Hansastraße für die technische Beratung bei Fragen rund um die Möglichkeiten zur Eigenheimsicherung ist.

Nickel gibt in der Gruppenberatung am Mittwoch wertvolle Tipps, wie Fenster und Türen richtig zu sichern sind. Einbruchhemmende Türen und Fenster sollten demnach mindestens die Widerstandsklasse RC2 besitzen und zudem der Norm DIN EN 1627 entsprechen. RC2-Elemente würden rund 15 Minuten den Einbruchsversuchen mit einem Schraubendreher standhalten.

„Für Einbrecher eine Ewigkeit. Sollten sie nach fünf Minuten nicht im Objekt sein, bleibt es oftmals beim Einbruchsversuch“, sagt Nickel, der mechanischen Schutz empfiehlt. „Elektrische Sicherungen wie etwa eine Alarmanlage können nur Zusatz sein, denn sie melden den Einbruch nur, sie verhindern ihn nicht“, sagt Nickel. Überhaupt keine effektive Sicherung würden Rollladen bieten.

Um die ausgewählten Elemente auch fachgerecht einbauen zu lassen, hat das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen eine Übersicht über die Fachunternehmen herausgegeben.

Das große Problem bleibt für viele Bürger aber die Finanzierung von sicheren Fenstern, Türen oder Schlössern. Die Polizei verweist hierbei auf die staatliche Förderung von Einbruchsschutz.

So kann über die Förderprogramme der KfW-Bankengruppe Geld zum Schutz gegen Wohnungseinbruch investiert werden. Förderanträge können sowohl Eigentümer von Häusern und Wohnungen sowie Mieter und Wohnungseigentümergemeinschaften stellen.