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Gericht: Krefelder rast betrunken durch die Stadt

Gericht : Krefelder rast betrunken durch die Stadt

Ein 25-Jähriger klaut ein Auto und baut damit auch noch einen Unfall. Er flieht - und wird gefasst. Nun kam es zum Prozess.

Krefeld. Schwer zu stehen kommt einen 25-jährigen Krefelder ein Autodiebstahl mit anschließender Fahrerflucht ohne Fahrerlaubnis — in alkoholisiertem Zustand. Die Fahrt endete mit einem folgenschweren Unfall. „Viel verantwortungsloser kann man sich nicht verhalten“, resümierte der Richter des Schöffengerichts in seiner Urteilsbegründung die Tat vom 14. Oktober 2016. „Sie kommen gerade aus dem Gefängnis und machen dort weiter, wo sie zuvor aufgehört haben“, hielt der Vorsitzende dem einschlägig vorbestraften Mann vor.

Auch wenn er seine Freundin bei einem Hafturlaub in flagranti ertappt habe, dürfe er nicht derart ausrasten und andere Menschen bei einer wilden Verfolgungsjagd mit der Polizei gefährden. Nachdem er die Freundin mit einem anderen Mann überrascht hatte, betrank der Angeklagte sich. Dann verschaffte er sich bei einem Autohändler an der Oppumer Straße offensichtlich den Schlüssel eines Neuwagens und ging damit auf Tour. Ein Aufbruch war jedenfalls nicht nachweisbar. Auf der Uerdinger Straße fuhr er auf ein Funktaxi auf und flüchtete. Die Taxifahrerin verfolgte ihn, informierte über die Zentrale die Polizei und gab immer wieder den Ort durch.

Ein Polizeifahrzeug stellte den 25-Jährigen an einer Ampelkreuzung, woraufhin er Vollgas gab und mit überhöhter Geschwindigkeit und ohne Licht davonraste. Bei einem Abbiegemanöver verlor er schließlich die Kontrolle über das Auto. Dieses prallte gegen eine Ampel und blieb auf der Seite liegen. Weil Benzin und Öl aus dem Auto tropften, befürchtete die Polizei, dass der Wagen in Brand geraten könnte. Deshalb wurde mit einem Feuerlöscher die Scheibe eingeschlagen. Der Fahrer konnte nicht befreit werden, weil er im Auto eingeklemmt war. Die Feuerwehr rettete ihn aus dem Wagen, er kam ins Krankenhaus. Diagnose: Hüftbruch und Sehne im Bein gerissen. Geschrottet hatte er zudem das gestohlene, 18 500 Euro teure Auto und an der Ampel einen Schaden von 10 000 Euro angerichtet. Sein Alkoholspiegel lag bei 1,5 Promille.

Zugute hielt ihm das Gericht, dass er die Tat gestanden hat, zumindest soweit er sich daran erinnern konnte. Ab dem Aufprall gegen die Ampel habe er einen Filmriss, sagte der junge Mann vor Gericht. Die Staatsanwältin warf ihm außer des Diebstahls vor, vorsätzlich Leib und Leben anderer Menschen gefährdet zu haben und forderte 21 Monate Haft ohne Bewährung. Das Gericht verhängte 20 Monate Haft ohne Bewährung.

Das Urteil ist rechtskräftig. wop