1. NRW
  2. Krefeld

Krefelder Polizei wird Schwerpunkteinsätze in der Innenstadt fortsetzen

Kontrollen in Shishabars und Drogentreffpunkten : Polizei wird Schwerpunkteinsätze in der Innenstadt fortsetzen

Kontrollen von Drogentreffpunkten, Shishabars oder der Tunningszene zeigen laut Polizei Wirkung. Deshalb wird das sogenannte Präsenzkonzept weiter verfolgt. Die Schwerpunkte ergeben sich dabei immer wieder neu.

Facebook hat der Krefelder Polizei einen schönen Moment beschert. Die Beamten hatten nach ihrem Schwerpunkteinsatz am vergangenen Freitag einen Beitrag veröffentlicht, wo und warum sie kontrolliert hatten. In den Kommentaren darunter kann man die Reaktionen schon von weitem einordnen: Es sind viele nach oben gestreckte Daumen und Smileys zu sehen. Für Polizeipräsident Rainer Furth eine Bestätigung des so genannten Präsenzkonzepts für die Innenstadt und am Montag Anlass für eine Ankündigung: „Solange ich etwas zu sagen habe, machen wir das weiter.“ Die Details zum Konzept und den Erfahrungen im Überblick:

Was ist das Ziel des Konzepts? Es geht um das Sicherheitsgefühl der Krefelder. Verschiedene Phänomene führen dazu, dass die Menschen sich in der Innenstadt nicht mehr wohlfühlen oder diese meiden. Dazu zählen Menschen, die Drogen verkaufen oder nehmen, Schrottimmobilien, Shisha-Bars und Spielhallen, Plätze, die voller Müll sind oder auf denen viel Lärm gemacht wird, und Prostitution. Die Polizei möchte deutlich machen, dass es eine Institution gibt, auf die sich die Bürger verlassen können. Deshalb zeigt sie Präsenz bei den genannten Phänomenen, kontrolliert und sanktioniert intensiv.

Ausgangspunkt des Konzepts waren „junge dominanzbetonte Männer“, die meinten rund um den Südwall sei ihr Revier und die auch gegen Polizisten aufbegehrten. Diesen Revierverteidigern hat die Polizei durch Präsenz deutlich gemacht, dass sie durchgreift. Daraus entwickelten sich dann weitere Themenfelder.

Wie setzt die Polizei das praktisch um? Aktuell hat das Konzept fünf Schwerpunkte (Drogen, Clans, Problem-Orte, Verkehrsüberwachung und Prostitution) und zu jedem Schwerpunkt ein oder mehrere Handlungsfelder. Das entwickelt sich mit den Erkenntnissen und den Reaktionen der Szene weiter. Denn beide Seiten lernen dazu.

Die Polizei hat für das Projekt keine zusätzlichen Kräfte oder finanzielle Mittel erhalten. „Es ist dasselbe Personal. Es sind dieselben Schichten. Aber wir setzen andere Schwerpunkte“, erklärt Wolfgang Lindner, Leiter der Wache Süd. „Wir sind präsenter an bestimmten Orten, zu bestimmten Zeiten und passend zu bestimmten Phänomenen.“

Wie hat sich das Konzept entwickelt? Das kann man am besten an einem Beispiel erklären. Nach den erwähnten Erfahrungen rund um den Südwall stellten die Polizisten fest, dass Shisha-Bars zu den Phänomenen gehören, unter denen das Sicherheitsgefühl leidet. Aber wie kontrolliert man eine Shisha-Bar? Das haben Polizei und Behörden (Zoll, Ordnungsamt, Gewerbeaufsicht, Feuerwehr) inzwischen erarbeitet und gehen mindestens zweimal pro Jahr auf gemeinsame Einsätze – zuletzt am vergangenen Freitag. Zudem kontrolliert die Polizei mit zehn bis 20 Beamten etwa alle zwei Monate.

Das Beispiel geht noch weiter: Vor den Shisha-Bars haben die Kontrolleure dann häufiger sehr teure, aufgemotzte Autos bemerkt, in denen junge Männer saßen, die erklärten, von Hartz IV zu leben. Die Autos wurden abgeschleppt und oft wegen unzulässiger Bauteile aus dem Verkehr gezogen. Zudem beschäftigten sich die Ermittler mit dem Phänomen, wie die Fahrer sich trotz geringen Einkommens solche protzigen Autos leisten konnten.

Wie viele Kontrollen gab es und welche Folgen hatten diese? Bei den getunten Autos gab es 1269 Ordnungswidrigkeitsanzeigen in drei Jahren. Szenetreffen am „Car-Freitag“ finden in Krefeld nicht mehr statt, weil sich die Kontrollen herumgesprochen haben.

An Drogentreffpunkten (Theaterplatz, Platz der Wiedervereinigung, Tiefgaragen, Rheinstraße/Ostwall, Südwall/Petersstraße, Stadtgarten) kontrollierte die Polizei in den vergangenen beiden Jahren jeweils mehr als 1000 Menschen und schrieb jeweils mehrere hundert Anzeigen.

In den Problemimmobilien gab es 13 Kontrollen gemeinsam mit der Stadt. Dabei wurde die Nutzung von Gebäuden oder Gebäudeteilen untersagt und Personen abgemeldet, die nicht dort wohnen.