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Krefelder Obdachlosenheim: Stadt und Politik wollen Anwohner hören

Stadtentwicklung : Krefelder Obdachlosenheim: Stadt und Politik wollen Anwohner hören

Anwohner an der Feldstraße haben ihren Unmut zur Vergrößerung der Obdachlosenunterkunft ausgedrückt. Darauf hat die Stadt Krefeld nun reagiert.

Auf den Unmut der Anwohner zur Vergrößerung der Obdachlosenunterkunft an der Feldstraße hat jetzt die Politik reagiert. Dabei spricht sich auch die FDP grundsätzlich dagegen aus, dass die ehemalige Don-Bosco-Schule an der Feldstraße zur festen und erweiterten Bleibe für Obdachlose ausgebaut wird: „Man kann nicht alles in den Südbezirk schieben. Der Südbezirk ist es nicht schuld, dass die Stadt kein anderes Haus findet. Wieso wird beispielsweise nicht das Haus der ehemaligen Autobahn GmbH an der Hansastraße genutzt, die ja neu bauen wird“, sagt Bernd Albrecht, FDP-Bezirksverordneter Süd.

Auch CDU-Ratsfrau Britta Oellers sieht eine hohe Belastung des Südbezirks. „Als Kompromiss setzen wir uns dafür ein, dass in einem ersten Schritt zunächst alternative Standorte zur Umsetzung des Konzeptes gesucht werden, um neben der Feldstraße weitere Auswahlmöglichkeiten zu haben. Sollte keine weitere Alternative in Betracht kommen, soll in einem zweiten Schritt die Möglichkeit geprüft werden, die einzelnen Bausteine des Konzeptes dezentral umzusetzen. Ziel muss es sein, die Anzahl der geplanten Plätze an der Feldstraße zu reduzieren, um den Südbezirk nicht zu überfrachten.“

Die Grünen stehen dem geplanten Konzept „Obdach Krefeld“ positiv gegenüber. „Wir sehen einen dringenden Bedarf Wohnungslose in Krefeld nicht mehr in prekären Übergangslösungen unterzubringen und finden, dass das Konzept ein sehr guter Aufschlag für die notwendige Weiterentwicklung der Krefelder Wohnungslosenhilfe ist“, sagt Karsten Ludwig, stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Die Planungen würden neben einem Bewohnerbeirat, der bei Problemen zwischen Bewohnern der Einrichtung und Anwohnern vermitteln könnte, auch die Verlagerung des Tagesaufenthalts in die Räumlichkeiten des Beratungszentrums für Wohnungslose der Diakonie auf der Lutherstraße vorsehen. Das werde die Situation an der Feldstraße entspannen.

Die SPD spricht von der Notwendigkeit, eine „noch modernere Obdachlosenhilfe“ anzubieten, sagt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Stella Rütten. „Insbesondere zählt aber die Zusammenlegung aller Bedarfsgruppen an einem Standort zu den Punkten, bei denen wir nachjustieren möchten. Unserer Auffassung nach gestalten sich die Bedarfe innerhalb der Gruppe obdachloser Menschen zu divers, als dass sie alle adäquat und sicher an einem einzigen Standort betreut werden können.

Außerdem fordern wir, die zahlreichen ehrenamtlichen Initiativen in der Obdachlosenhilfe, die über große Expertise verfügen, noch stärker in die Konzeption einzubeziehen. Für uns ist klar, dass die Bewältigung sozialpolitischer, die ganze Stadt betreffender Herausforderungen nicht einseitig auf einen Stadtbezirk oder ein Quartier abgewälzt werden.“ Man werde – auch mit den Anwohnern – um eine Lösung ringen, heißt es abschließend.

Die Linken sehen die Notwendigkeit einer ausführlichen Kommunikation der Verwaltung zu dem Thema, die Sorgen der Anwohner müssten ernst genommen werden. „Der Ausbau der Notschlafstelle auf der Feldstraße soll einhergehen mit mehr Personal und einer Ausweitung der hygienischen Angebote dort.“ Für künftige Projekte müsse dann auch diskutiert werden, „das diese auch in Stadtvierteln mit wenigen Belastungen und hohem Durchschnittseinkommen realisiert werden“, so Stephan Hagemes, sozialpolitischer Sprecher.