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Krefelder MEK GmbH setzt als Familienbetrieb auf Auszubildende

Gastbeitrag : Die MEK GmbH – ein Familienbetrieb setzt auf Ausbildung

Tim Kammen, Geschäftsfeldleiter Maschinenbau bei der MEK GmbH, spricht für die Unternehmerschaft Niederrhein über die Bedeutung der Lehre.

Die Unternehmensnachfolge ist immer eine Herausforderung. Wenn die Familie ins Spiel kommt, wird es nicht selten kompliziert, und externe Begleitung über einen Mediator ist gefordert. Im Fall MEK GmbH können wir glücklicherweise von einem nahtlosen Übergang reden. Mein Vater Heinz-Friedrich Kammen hat das Bildungszentrum für Metall & Elektro Kammen – dafür steht BZ MEK – im Jahr 2015 mit rund 50 Mitarbeitenden gegründet. Vorausgegangen ist eine 50-jährige Berufsgeschichte, die eng mit dem Krefelder Maschinenbau-Unternehmen Kleinewefers und später Voith beziehungsweise Sulzer verbunden ist. Die MEK führt als Nachfolgeunternehmen des Ausbildungszentrums von Voith Paper die Sparten Verbundausbildung, Umschulung und Qualifizierung fort. Das sind unsere Wurzeln, die uns als Familie und als Mensch geprägt haben. Und es ist ein guter Humus für ein erfolgreiches Geschäftsmodell.

Dieses Modell beruht auf den Säulen Bildung und Praxis, insbesondere im Geschäftsfeld Maschinenbau, das ich seit Eintritt in die Firma im Oktober 2016 vertrete. Mein Vater steht für die Säule Bildung, konkret ist das in erster Linie die Umschulung in sieben anerkannte Metall- und Elektroberufe. Zusammen mit acht Dozenten und 23 Ausbildern bietet er darüber hinaus den Unternehmen am Niederrhein seit 1992 die Möglichkeit, Fachkräfte gemeinschaftlich mit uns auszubilden. Mit dieser Verbundausbildung tragen wir zur Fachkräftesicherung in der Region bei und sorgen dafür, dass die Unternehmen wettbewerbsfähig sind.

Meine Schwester Nina Sieben ist seit zwei Jahren in der Firma. Als studierte Kommunikations-Expertin kümmert sie sich um Marketing und Personal, deckt aber auch Bereiche wie IT/Digitalisierung, Datenschutz und administrative Aufgaben ab. So wie ich als Bau-Ingenieur zuvor acht Jahre in einem Düsseldorfer Hochbau-Unternehmen die Projektleitung innehatte, hat sie zehn Jahre in einer Werbeagentur Projektmanagement und eCommerce gemacht. Vor dem Eintritt in das Familienunternehmen haben wir beide also eine profunde Ausbildung absolviert, Erfahrungen in anderen Unternehmen gesammelt und Verantwortung übernommen.

Mein Vater hat stets darauf Wert gelegt, dass wir gut ausgebildet sind. Er hat selbst als gelernter Maschinenschlosser sein Handwerk von der Pike auf gelernt und sich ein Leben lang weitergebildet. Dass wir als zweite Generation heute mit 40 beziehungsweise 39 Jahren auf der Kommandobrücke der MEK GmbH stehen, ist kein über Jahrzehnte gehegter Familienplan gewesen. Es hat sich vielmehr so ergeben, weil viele glückliche Faktoren zusammengekommen sind.

Vertrauen untereinander ist
eine wesentliche Voraussetzung

Das Vertrauen untereinander ist dabei sicher eine wesentliche Voraussetzung. Es gehört dazu, dass die Firma auch beim Sonntagskuchen die Hauptrolle spielt – zumal unsere Mutter mit im Unternehmen ist. Natürlich fliegen mal die Fetzen. Wir diskutieren kontrovers, sind uns im Grundton aber einig und wissen, wohin wir die MEK steuern wollen und welche Verantwortung wir hier haben. Für unseren Vater, der sich mit seinen 71 Jahren nun wohlverdient ein wenig zurückziehen darf, ist das ein gutes Gefühl.

Mit den Werten, die wir alle drei verkörpern, haben wir unser Familienunternehmen stabil aufgebaut. Die Sparte Maschinenbau deckt 40 Prozent ab, die Sparte Bildung 60 Prozent. Wir sind in den vergangenen sechs Jahren behutsam gewachsen. Unser Erfolgsgeheimnis ist vielleicht, dass wir menschenzugewandt operieren und ein echtes Interesse daran haben, die uns anvertrauten Menschen in ihrer beruflichen Entwicklung zu fördern. Dadurch, dass wir generationsübergreifend tätig sind, erschließt sich uns die analoge Arbeitswelt als auch die digitale Welt mit all ihren Chancen. Das ist insbesondere in der Coronazeit ein Mehrwert für die MEK GmbH.