Krefelder genießen das wenige Nass

Krefelder genießen das wenige Nass

Im Badezentrum Bockum und im Neptun-Bad in Fischeln können sich die Bürger erfrischen. Alternativen sind rar: Das Hülser Freibad ist geschlossen und der Elfrather See verwaist.

Überall liegen bunte Decken auf der Wiese, der Eisverkauf läuft hervorragend und im Wasser lechzen die Schwimmfreunde nach Erfrischung vor Sonne und Hitze. Am Wochenende gab es einen regelrechten Ansturm auf das Freibad im Bockumer Badezentrum. „Wir werden an den kommenden Wochenenden wohl öfters hier sein“, sagt Janine Fuchs, die mit ihren fünf Kindern den schönen Sommertag im Freibad verbringt. Sechs Rutschen, drei Becken, Eis, Getränke und natürlich die obligatorische Pommes — hier kann der Krefelder die Sonne genießen.

Foto: Dirk Jochmann

Doch selbst in Bockum gibt es kritische Stimmen. Nicht verwunderlich, wenn man auf das leere Becken mit dem Bauzaun drumherum blickt. Die reparaturbedingte Schließung eines Kinderbeckens bedauern viele Schwimmgäste. „Es ist schade, dass das Schwimmangebot aktuell nur so klein ist“, sagt Nadine Kranen dazu. Alexandra Stein und Ina Fröhlich, die das Freibad mit ihren Kindern besuchen, sehen das ähnlich: „Die Zweijährigen müssen sich das Becken nun mit den Siebenjährigen teilen, was meiner Meinung nach nicht der beste Weg ist, Unfälle und weinende Kinder zu vermeiden.“

Foto: Dirk Jochmann

Dennoch freuen sich die Kinder aufs Planschen, wie die sechs Jahre alte Ana-Lena und die zwei Jahre alte Alessia. Für die Familien Zachau und Küsterameling aus Hüls ist das Bockumer Freibad eine gute Alternative zum Hülser Naturbad, um das es in dieser Woche wieder Ärger gegeben hat. „In Hüls treffen unsere Kinder natürlich mehr Freunde, dafür ist hier das spielerische Angebot, wie der Spielplatz, größer und sogar einen Tacken besser“, sagt Melanie Küsterameling.

Erst am Montag war das Hülser Bad geöffnet worden, nach zwei Monaten Sommerwetter. Am Mittwoch wurde es erstmals so richtig genutzt, als die Temperaturen wieder über die 25-Grad-Marke kletterten. Am Donnerstag die große Enttäuschung: Wegen Schwebstoffen im Wasser schloss die Stadt das Naturfreibad wieder. Nach weiteren Arbeiten soll es zeitnah wieder eröffnet werden. Zudem ist der Elfrather See wegen seiner schlechten Wasserqualität keine Alternative.

Daher ruht die Hoffnung auf dem Bockumer Bad. Und hier sind die Besucher, die sich seit Tagen auf den Wiesen tummeln oder sich im Wasser vergnügen, auch weitgehend zufrieden. „So Kleinigkeiten wie Musik für die kleinen Kinder macht die Atmosphäre viel schöner und angenehmer“, lobt die Mutter Angela S. die Organisation des Schwimmbades. „Das Schwimmangebot reicht auf jeden Fall aus“, sagt auch Kenan Sengul, der sich in der Nähe des großen Beckens in Ruhe in der Sonne bräunt.

In nächster Zeit werden die meisten Krefelder ihre freie Zeit im Bockumer Freibad oder im Neptun in Fischeln verbringen. Auch das Freibad im benachbarten Kempen sehen viele als eine gute Alternative. „Aber das Freibad hier in Bockum ist besser zu erreichen, wenn man in Krefeld wohnt“, sagen Melanie von Bolheim und Ralf Hoffmann, die die Sonne auf der großen Liegewiese genießen. Denn das gehört zum Freizeitspaß im Sommer auch dazu: kurze Wege, und dann rein ins Nass!

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