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Krefelder Fairkehr: 31 verletzte Kinder weniger als 2019

Verkehrsunfälle : Krefelder Fairkehr: 31 verletzte Kinder weniger als 2019

Die Jahresbilanz 2020 zeigt, dass deutlich weniger Kinder im Corona-Jahr Opfer von Unfällen geworden sind. Es ist der niedrigste Stand seit 1999.

Im vergangenen Jahr sind in Krefeld weniger Kinder bis 14 Jahre Opfer von Unfällen geworden. 69 Kinder wurden 2020 bei Unfällen im Straßenverkehr verletzt – das ist der niedrigste Stand seit Beginn des Gemeinschaftsprojektes „Fairkehr“ von Polizei, Verkehrswacht und Stadt 1999. Damals gab es mehr als doppelt so viele verletzte Kinder.

„Die Zahl der verletzten Kinder ist 2020 von 100 auf 69 gesunken. Das zeigt uns, dass wir auf einem guten Weg sind – aber auch, dass wir Verkehrserziehung weiterhin intensiv betreiben müssen“, sagt Verena Fischer, Verkehrsdirektorin der Polizei, zu dem Rekordtief.

Aus der Statistik des Projektes „Fairkehr“ geht hervor, dass der erste Lockdown im vergangenen Jahr und die damit verbundenen Schulschließungen einen Einfluss auf die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern hatte. So wurde im April 2020 kein Kind bei einem Unfall verletzt. Die Vorfälle häuften sich erst wieder nach dem Monat Mai. Auch die Uhrzeiten, an denen die meisten Verkehrsunfälle mit Kindern geschahen, leiten sich von den Schulzeiten ab. So passierten morgens zwischen 7 und 8 Uhr und nachmittags zwischen 13 und 15 Uhr die meisten Verkehrsunfälle.

49 der insgesamt 69 verletzten Kinder waren aktiv am Geschehen beteiligt, das heißt, sie fuhren ein Fahrrad oder waren zu Fuß unterwegs. In den restlichen Fällen kamen sie als Beifahrer zu Schaden.  Sieben mal wurden Kinder schwer verletzt, im vergangenen Jahr waren es noch 16. 32 der verletzten Kinder fuhren Rad. Im Vergleich wurden 18 Kinder verletzt, die zu Fuß unterwegs fahren.  In 57 Prozent der durch Kinder verursachten Unfälle ist das Alter der Kinder zwischen 11 und 14 Jahren, 13 von ihnen fuhren Rad während drei als Fußgänger unterwegs waren. Polizei und Verkehrswacht plädieren deshalb weiterhin dafür, dass Kinder den Fußweg zur Schule nehmen sollen. Zur Prävention soll zudem eine Fahrradprüfung im vierten Schuljahr absolviert werden. Für Vorschulkinder gibt es Fußgängerurkunden. Der Krefelder Fairkehr startete zudem eine Öffentlichkeitsaktion mit neuen Spots im Lokalradio, die unter anderem auf die überarbeitete Webseite hinweisen. Auch der Kinderstadtplan für Uerdingen wurde im vergangenen Jahr erneuert; für Eltern von Vorschulkindern gibt es eine neue Broschüre. „Kinder schauen genau hin. Wenn sie einen Fahrradhelm aufsetzen sollen, ihre Eltern aber keinen tragen, dann fragen sie sich, warum. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sind und auch selbst einen Helm tragen“, meint Verena Fischer.

„Um die Verkehrsunfälle mit Kinderbeteiligung in Krefeld weiter zu reduzieren, wurde gemeinsam mit der Bergischen Universität Wuppertal ein Forschungsvorhaben zur Freizeitmobilität von Kindern konzipiert. Zur Finanzierung des Vorhabens wurde ein Förderantrag gestellt“, berichtet Hans Hamestuk aus dem Planungsamt der Stadt. Mit Videobeobachtungen soll das Verkehrsverhalten von Kindern in der Freizeit ausgewertet werden. Der Antrag befindet sich derzeit in der Prüfung.

www.krefelder-fairkehr.de