Krefelder fahren zu Deutschen Meisterschaften im 3D-Bogenschießen

Vorbereitung : Mit Pfeil und Bogen ab ins Gelände

Sieben Athleten des Krefelder Sportschützenkorps fahren am Wochenende zur nationalen Meisterschaft im 3D-Bogenschießen.

Das Bogenschießen durchaus eine körperliche Herausforderung darstellen kann, sollte klar sein. Den Bogen spannen, ihn halten und im perfekten Moment loslassen. Bei über 100 Schuss an einem Wettkampftag geht das ganz schön in die Arme. Dass die Athleten aber auch rund 10 Kilometer und mehrere hundert Höhenmeter zurücklegen, klingt erst mal so gar nicht nach dem klassischen Bogenschießen. Doch Wettkampf ist nicht gleich Wettkampf und so gibt es seit einigen Jahren eine neue, spezielle Form der Sportart: das 3D-Bogenschießen.

Gleich sieben Schützen des Krefelder Sportschützenkorps (KSSK) fahren kommendes Wochenende zur deutschen Meisterschaft nach Delmenhorst und versuchen sich in einer Sportart, die es körperlich wie mental in sich hat. „Das 3D-Schießen gibt es noch nicht so lange, aber es ist stark im Kommen und wird immer beliebter“, sagt Walter Strohn, der zwar nicht mit zur DM fährt, als alter Hase aber über 30 Jahre im KSSK tätig ist und sich mit allem rund ums Bogenschießen auskennt: „Die Wettbewerbe haben sich in den letzten Jahren gewandelt und sind interessanter geworden. Das gilt für das klassische Bogenschießen im Freien, aber auch für andere Arten.“

Geschossen wird auf künstliche Rehe, Bären und Füchse

Beim 3D-Bogenschießen bewältigen die Athleten einen Parcours, der meist durch den Wald geht und schießen dabei nicht auf flache Scheiben, sondern auf dreidimensionale Ziele. Dabei handelt es sich meist um reproduzierte Tiere wie Rehe, Bären, Füchse oder Vögel. Auf dem Parcours zeigen Pflöcke wo geschossen werden darf, auf den Zielen wird mit mehreren kleinen Ringen eine Punkteskala dargestellt. Meist in Sechsergruppen absolvieren die Athleten dann den Rundkurs. Wer nach allen Zielen die meisten Punkte hat, gewinnt.

„Das 3D-Bogenschießen lebt vor allem vom Unbekannten“, sagt Strohn und meint damit die sich immer verändernden Ziele sowie die Einschätzung deren Entfernung. Einer, der das richtig gut kann, ist Rainer Hauses. Der Bogenschütze ist Teil des siebenköpfigen Aufgebots, das zur deutschen Meisterschaft reist Er hat in seiner Alters- sowie Gewehrklasse gute Chancen auf eine vordere Platzierung. „Die Herausforderung besteht darin, dass man nie weiß wie weit ein Ziel entfernt ist“, sagt Hauses. Sein Kollege Strohn ergänzt: „Wenn man sich verschätzt und daneben schießt, dann kann man erst einmal eine Weile sein Pfeil im Gelände suchen.“

Hauses ist das zum Glück noch nicht so oft passiert, dabei schießt er ohne Visier. Sein Gewehrtyp gilt daher als „Königsklasse“. Doch nicht nur die richtige Einschätzung der Entfernung macht das 3D-Schießen interessant, auch das Gelände macht den Reiz aus. Hauses: „Jeder Parcour und jedes Ziel ist anders. Mal schießt man im Stehen, mal im Knien. Die Abwechslung ist einfach sehr groß und deswegen wird es nie langweilig.“

Doch neben der körperlichen Herausforderung spielt im Bogenschießen auch immer der Kopf eine wichtige Rolle. Die Nerven im Griff haben, nicht ablenken lassen, konzentriert bleiben. Gerade wenn es in einem Wettkampf eng wird, spielen jene Faktoren eine besondere Rolle, wie Strohn feststellt: „Schießen findet zwischen den Ohren statt.“

Die Krefelder Maike und Philipp Räder holten bei der 3D-DM im Jahr 2017/18 den Titel und reihten sich damit in die lange Liste von Titelträgern im KSSK ein. Das Team um Rainer Hauses will nun einen weiteren Pokal nach Krefeld bringen.

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