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Krefelder CDU schlägt Prämien für Verbesserungsvorschläge zu Sauberkeit vor

Sauberkeit : Wie dreckig ist die Krefelder Innenstadt wirklich?

Inspiriert von einem Antrag der CDU hat sich die WZ bei einem Rundgang mal umgesehen.

Die CDU möchte die Stadt sauberer und sicherer machen. Nach einem Antrag im Ausschuss für Ordnung und Sicherheit soll die Verwaltung verschiedene Maßnahmen prüfen und deren Kosten benennen. Neben entsprechenden Kontrollen im Stadtbereich – insbesondere der Sichtachsen von besonderer Bedeutung – ist auch ein Vorschlag dabei, die Mitarbeiter im Rathaus in das Projekt einzubeziehen: Zur Erweiterung des Ideenmanagements sollen die städtischen Mitarbeiter für Meldungen und Verbesserungsvorschläge für mehr Sauberkeit Prämien bekommen.

Aber wie dreckig ist es eigentlich in der Innenstadt? Insbesondere dort, wo die CDU jetzt in ihrem Antrag die Schwerpunkte zum Handeln ausgemacht hat: in der Fußgängerzone, an den Sichtachsen der Innenstadt wie der Rheinstraße und im Stadtgarten. Die WZ hat sich umgeschaut.

Als am Montagmorgen gegen 10.45 Uhr der Weg über die Rheinstraße Richtung Königstraße führt, quellen die Müllbehälter über. Offensichtlich haben die Kapazitäten der Behälter nicht gereicht, um den Unrat des Wochenendes aufzunehmen. Allerdings: Kaum Überreste des öffentlichen Konsumverhaltens befinden sich auf dem Boden zwischen Ostwall und Dionysiusplatz, lediglich das erste Herbstlaub tanzt auf dem Boden. Unschön allerdings: Im Eckbereich Ostwall/Rheinstraße ist das Pflaster von Kaugummi-Resten übersät und die ursprünglich weißen Leitstreifen für sehbehinderte Passanten haben längst einen gelblich-bräunlichen Farbton angenommen.

Die ersten Spuren von Vandalismus zeigen sich dann an der Gartenstraße. An der Ecke zum Westwall ist ein Mülleimer für Hundetüten aufgerissen und der Inhalt „ergießt“ sich auf den Weg. Fast alle der so genannten Hundekotbeutelstationen sind zudem mit Graffiti beschmiert – aber das ist ein anderes Thema. Auf der Gartenstraße selbst warnt eine Mutter ihre Tochter vor „Tellerminen“ auf dem Bürgersteig. Tatsächlich deuten beseitigte Spuren darauf hin, dass viele Hundehalter hier den Weg Richtung Stadtgarten suchen.

In der öffentlichen Grünanlage selbst sieht alles gut gepflegt aus. Lediglich zwei Tetra-Packs und ein kaputter Lederfußball liegen an einer Stelle auf dem Rasen. Auffällig dreckig, so dass man hier die Nase rümpfen müsste, ist aktuell nichts – zumindest nicht am Tag der Beobachtung. Die Mitarbeiter der Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft (GSAK) machen offenbar ihre Hausaufgaben. Schon morgens um 7.30 Uhr ist an manchen Tagen ein GSAK-Mitarbeiter an der Rheinstraße unterwegs, um die Mülleimer zu leeren.

Auch der Rhythmus der
Reinigung soll überprüft werden

Die CDU bittet dennoch die Stadt, den aktuellen Reinigungsplan und insbesondere die Reinigungsrhythmen in der Innenstadt durch KBK und GSAK zu überprüfen. Auch um jene Kaugummis zu entfernen, die vor allem auf dem Pflaster an den gastronomischen Betrieben mit Außenverkauf auffallen. Ob die optischen Hinterlassenschaften allerdings noch in den Griff zu bekommen sind, dürfte fraglich sein. Es geht der CDU aber auch um die Reinigung und Leerung der Mülleimer, die Reinigung der Bänke und Spielplätze sowie die Reinigung des Umfeldes von Haltestellen und Wartehallen.

Um die entsprechenden Maßnahmen auch kontrollieren und im Bedarfsfall darauf reagieren zu können, soll ein vierteljährliches Controlling eingeführt werden. Alle relevanten Mitarbeiter der Stadt – vor allem die des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) – sollen sensibilisiert werden, auf Missstände oder Nichteinhaltung von städtischen Satzungen hinzuweisen. Eine besondere Idee der Mitarbeitermotivation präsentieren die Christdemokraten in dem Zusammenhang:  Die städtischen Mitarbeiter sollen wie beim „Ideenmanagement“ eine Prämie erhalten, wenn Verbesserungsvorschläge zu mehr Sauberkeit in der Stadt führen.

Ausgeweitet wird die Idee der CDU durch die Kontrolle aller städtischen Gegenstände im öffentlichen Raum und damit verbundene Verunreinigungen sowie Instandsetzung bei Beschädigung (gemeint sind beispielsweise Hochbeete). In diesem Zusammenhang regt die CDU-Fraktion auch an, eine  Säuberung der Schalt- und Lagerkästen der Post/DHL zu überprüfen.

Und wenn die städtischen Mitarbeiter sowieso schon unterwegs seien, sollten sie ausloten, ob dunkle Stellen im Stadtgebiet besser ausgeleuchtet werden müssten.