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Krefelder beschweren sich über Siempelkamp wegen gestörter Nachtruhe

Nachtruhe : Anwohner beschweren sich über Siempelkamp

Ralf Görtz ist direkter Nachbar des Unternehmens. Er spricht vor allem von nächtlicher Lärmbelästigung. Der Bürgerverein Inrath springt ihm bei.

„Nächtliche Ruhestörung durch Fa. Siempelkamp“ lautet der nüchterne Betreff eines Schreibens, das der Inrather Ralf Görtz an den Fachbereich Umwelt und Verbraucherschutz der Stadt Krefeld verschickt hat. Dahinter verbirgt sich für den kaufmännischen Angestellten eine Beschwerde, die ihn und seine Familie vor allem gesundheitlich betrifft. Denn der 51-Jährige, der an der Straße Am Kapuzinerkloster lebt und damit in direkter Nachbarschaft zum Unternehmen, spricht von Lärm auf dem Betriebsgelände, das „empfindlich unseren nächtlichen Schlaf unterbricht und bereits zu Erschöpfungserscheinungen geführt hat“.

Görtz und seine Familie pochen auf Ruhezeiten von 22 bis 6 Uhr

Die Firma nehme es in den vergangenen Monaten, wie er sagt, „nicht mehr so genau mit der Einhaltung von nächtlichen Ruhezeiten“. Damit meint er den Zeitraum zwischen 22 und 6 Uhr. „Meine Familie und ich werden immer wieder nachts durch Lärm von Dieselstaplern aufgeschreckt, die im Außenbereich herumfahren und Gegenstände transportieren, die mit Getöse auf- und abgelassen werden“, berichtet der gebürtige Krefelder, der mit seiner Familie in seinem Elternhaus wohnt und betont, dass er und seine Frau berufstätig sind und sein Sohn zur weiterführenden Schule geht.

Er berichtet, dass ihre Ruhe bisher regelmäßig an Sonntagen ab 23 Uhr bis kurz nach Mitternacht gestört worden sei. „In den letzten Wochen ist es nun auch wochentags vermehrt zu Aktivitäten zwischen 1 und 2 Uhr nachts sowie ab 5 Uhr gekommen“, kritisiert der Inrather und fordert die Stadt in seinem Beschwerdebrief auf, der Sache nachzugehen und dafür zu sorgen, dass sich Siempelkamp an die allgemein üblichen Ruhezeiten halte.

Bürgerverein fordert Behörden auf, die Anwohner zu schützen

Görtz’ Beschwerde hat der Bürgerverein Inrath sofort aufgegriffen und sich mit Verweis auf den Inrather mit einem zusätzlichen Schreiben an Stadt, Bezirksregierung, Politik und Vertreter des Unternehmens gewandt. „Wir fordern die zuständigen Aufsichtsbehörden auf, den Kontakt mit den betroffenen Anwohnern aufzunehmen und im Konsens mit dem Unternehmen Maßnahmen zum Schutz der Anwohner anzuordnen“, formuliert es Rolf Hirschegger für den Bürgerverein Inrath.

Was die Gesamtsituation am Inrath angeht, bestünden „Probleme im Nachbarschaftsbereich des Unternehmens Siempelkamp“, sagt der erste Vorsitzende. Versuche von Anwohnern, wegen Beschwerden Kontakt mit der Firma aufzunehmen, würden ignoriert und nicht mehr beantwortet. Hirschegger: „Das Unternehmen hat bis heute nicht erkannt, dass es den betroffenen Anwohnern nicht um eine Verhinderung, sprich: Schließung des Unternehmens, geht, sondern um ein Miteinander mit der Vermeidung vermeidbarer negativer Einflüsse auf das Wohnumfeld.“

Eine Lösung sähe der Vereinsvorsitzende in regelmäßigen Gesprächen zwischen Firmenvertretern und betroffenen Anwohnern. Die habe es früher gegeben. „Das war vor Jahren mit dem damaligen Mitgeschäftsführer der Holding und Geschäftsführer der Gießerei, Michael Szukala. Nach seinem Ausscheiden wurden die Gespräche bis auf den Status null zurückgeführt.“ Hirschegger hofft, dass sich das wieder ändert.

Aber zunächst geht es dem Bürgervereinsvorsitzenden, so wie Ralf Görtz, um die Ruhezeiten-Frage. Die Stadt Krefeld bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Beschwerde im Fachbereich Umwelt und Verbraucherschutz eingegangen ist. Sie werde derzeit bearbeitet. Der Fachbereich befinde sich deshalb noch „in der Abstimmung mit der Bezirksregierung, welcher Betrieb der Firma Siempelkamp betroffen ist – die Gießerei oder die Maschinenbaufirma“, sagt Irene Ehlers vom Presseamt der Stadt Krefeld und betont, „die Stadt nimmt Eingaben von Bürgern beziehungsweise Bürgervereinen grundsätzlich ernst und geht ihnen nach.“