Mitmenschlichkeit: Krefelder beschenken den todkranken kleinen Bradley

Mitmenschlichkeit: Krefelder beschenken den todkranken kleinen Bradley

Ein Fünfjähriger wünscht sich zu Weihnachten viele Grußkarten. Die „Krefelder Jungs“ packen sogar ein tolles Paket.

Krefeld. Er strahlt über das ganze Gesicht. Er lächelt in jede Kamera. Bradley Lowery wirkt wie ein ganz normaler Fünfjähriger, wenn man ihn auf den tausenden von Fotos sieht, die ihn zeigen, seitdem sein Schicksal von seinen Eltern im Internet öffentlich gemacht wurde.

Die "Krefelder Jungs" haben nicht lange gezögert und für Bradley ein Paket gepackt Foto: AFC Sunderland

Bradley leidet an einer bösartigen Erkrankung des Nervensystems und hat nur noch wenige Monate zu leben. Der große Fußballfan hatte vor Wochen nur noch einen letzten Wunsch: zu Weihnachten so viele Grußkarten wie möglich zu bekommen. Seine Eltern machten den Wunsch bei Facebook öffentlich. Was folgte, war überwältigend.

Über 11 000 Karten gehen bereits in den Wochen vor Weihnachten bei den Lowerys zuhause ein. „Über jede einzelne freut er sich“, beschreiben die Eltern die Reaktion ihres Sohnes. Dann lädt ihn sein liebster Fußballverein AFC Sunderland zum Erstligaspiel gegen den FC Chelsea ein. Millionen schauen zu, als Bradley mit den Mannschaften zusammen aufläuft. Wie er gegen Chelsea-Torwart Asmir Begovic einen Elfmeter verwandelt.

Dieser junge Mann rührt an den Bildschirmen und im Internet Fußballfans auf der ganzen Welt zu Tränen. Auch in Krefeld. Als Andreas Braams und seine Freunde von dem Schicksal von Bradley Lowery erfahren, ist für sie sofort klar: Wir wollen diesem jungen Menschen helfen, seine letzten Monate so schön wie möglich zu gestalten. Doch bei einer Grußkarte soll es nicht bleiben. „Wir sind dem Aufruf in einer Gruppe gefolgt, in der es um Fußball-Fankleidung geht und haben ein Paket geschnürt“, sagt Andreas Braams.

Er und seine Freunde von den „Krefelder Jungs“ treffen sich prompt in der Gaststätte Wolters in Uerdingen und tragen Trikots und Schals vom KFC Uerdingen, Borussia Mönchengladbach, Real Madrid, Schalke 04, Bayern München und Borussia Dortmund zusammen. Alles zusammen wird in einem großen Paket nach England zu Bradley geschickt. „Wir haben ihm noch persönliche Briefe beigelegt“, berichtet Braams, der angibt, dass das Schicksal des Jungen ihn und seine Freunde sehr bewegt habe. „Solch ein Schicksalschlag tut einem persönlich leid und ich denke, solche Aktionen beweisen, dass Fußballfans auf der ganzen Welt eine große Familie sind — unabhängig davon, welcher Mannschaft man anhängt!“

Hunderte Fans weltweit tun es den Krefeldern gleich und schicken ebenfalls Fußballschuhe, Trikots und Schals nach England zu Bradley. Die Reaktion von Bradley? Er strahlt und lächelt auf jedem Foto, was seine Eltern in den Sozialen Netzwerken verbreiten. Vielleicht hält er ja auch bald das ein oder andere Trikot aus dem Krefelder Paket in die Kamera.