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Krefeld zum Coronavirus: Mundschutz empfehlen wir nur den Erkrankten

Coronavirus : Court: „Mundschutz empfehlen wir nur den (...) Erkrankten“

Die Leiterin des Fachbereichs Gesundheit inKrefeld erhält zwar Anfragen aus Krefeld zum Coronavirus, doch die Anzahl sei überschaubar.

Der Fachbereich Gesundheit der Verwaltung ist unter anderem zuständig für den Infektionsschutz in der Stadt. Dessen Leiterin ist momentan auch mit der Aufklärungsarbeit zum Thema Coronavirus beschäftigt. Im Gespräch erläutert Dr. Agnes Court die Ängste der Bevölkerung.

Der Coronavirus sorgt derzeit weltweit für Schlagzeilen und ängstigt die Menschen. Gibt es Anfragen zum Coronavirus derzeit auch bei Ihnen?

Agnes Court: Ja, es gibt einige Anfragen. Teilweise waren Bürger besorgt, sich infiziert zu haben, diese Besorgnis konnte aber genommen und ein Verdachtsfall klar ausgeschlossen werden.

Worum geht es bei den Anfragen konkret?

Court: Manche sind schon besorgt, weil sie kürzlich Kontakte zu asiatischen Menschen hatten. Deshalb wird das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW jetzt eine Hotline (siehe Kasten) für Bürgeranfragen einrichten.

Was antworten Sie den Menschen? Ist nicht vielmehr mittlerweile eine Hysterie zu beobachten, die es zu verhindern gilt?

Court: Hysterie würde ich es nicht nennen, im Hinblick auf die Anzahl der Bürger ist die Menge der Anfragen doch überschaubar. Die sich bisher gemeldet haben, fragen vernünftig und ruhig nach und lassen sich auch im Gespräch durch Vermittlung von fundierten Informationen gut beruhigen.

Über die Grippe (Influenza) wird jedes Jahr breit informiert. Ist das aus unserer Sicht nicht das viel größere Problem?

Court: Nach derzeitigem Stand ist das so, über die Jahre betrachtet sind an der Influenza deutschlandweit deutlich mehr Menschen erkrankt und es gibt immer wieder auch Todesfälle.

Wie ist die Bereitschaft in Krefeld, sich gegen die Grippe impfen zu lassen? Gibt es Erhebungen zu dem Thema?

Court: Aktuelle Krefeld-Zahlen liegen nicht vor. Die Kassenärztliche Vereinigung erhebt für Krefeld Zahlen. In den vergangenen Jahren sind demnach rund ein Drittel der Impfempfehlung gefolgt. Das ist jedoch nach Altersgruppen unterschiedlich, bei den Jüngeren ist die Impfbereitschaft geringer als bei den über 60 Jährigen. Nordrhein-Westfalen liegt bundesweit im Mittelfeld, in den neuen Bundesländern ist die Impfbereitschaft höher, am niedrigsten in Süddeutschland.

Wie erklärt sich, dass die Sorge vor der Influenza im Verhältnis zum Corona-Virus kaum vorhanden ist?

Court: Wahrscheinlich, weil der Coronavirus neu ist, die Influenza kennt man schon seit Jahren.

Welche Krankheiten/Infektionen stehen sonst in Ihrem Tagesgeschäft auf der Tagesordnung?

Court: Neben Influenza sind es derzeit auch wieder die Windpocken.

Grundsätzlich zum Thema Infektion: Wie kann man sich davor schützen? Gibt es eine To-do-Liste, die man beherzigen sollte?

Court: Zur Vorbeugung empfiehlt der Fachbereich Gesundheit, insbesondere auf eine gute allgemeine Hygiene zu achten wie regelmäßiges Händewaschen. Ebenso sollte man die Impfempfehlungen beachten. Hilfreich sind auch im Erkrankungsfall Husten in die Armbeuge und Abstand halten. Außerdem kann man mit einer gesunden ausgewogenen Ernährung seine Gesundheit fördern und seine Abwehrkräfte erhöhen.

Raten sie dazu, sich aufgrund der aktuellen Situation einen Mundschutz in der Apotheke zu kaufen, falls es noch welche gibt?

Court: Mundschutz empfehlen wir nur den an einer Infektionskrankheit Erkrankten, um ihr Umfeld vor Ansteckung zu schützen.