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Krefeld: Workshop zur „Kulturhistorischen städtebaulichen Analyse“

Innenstadt : Bürger fordern klare Gestaltungsregeln

An einem Workshop zur „Kulturhistorischen städtebaulichen Analyse“ der Innenstadt haben rund 70 Bürger teilgenommen.

Der Blick auf den aktuellen Stadtplan lässt immer noch die mittelalterliche Keimzelle Krefelds rund um den Schwanenbrunnen erkennen. Prägend bis heute ist auch die von Adolph von Vagedes 1817 so unverwechselbar rechteckig angelegte Form der Innenstadt. Damit auch künftige architektonische Einzelprojekte stimmig in diese Struktur eingegliedert werden können, will die Stadt ein historisches Leitbild aufstellen. Das Projekt „Kulturhistorische städtebauliche Analyse“ setzt sich dafür mit der Entwicklungsgeschichte der Innenstadt innerhalb der Wälle auseinander. Dazu fand nun ein Workshop im Rathaus mit rund 70 Bürgern statt.

Mitarbeiter des Fachbereichs Stadt- und Verkehrsplanung sowie der beauftragten niederländischen Planungsbüros „Mir architecten“ und „Flexus AWC“ diskutierten und bearbeiteten mit den Bürgern in zwei Gruppen die Aspekte „Identität“ und „Stadtbild“. Das Resultat des Workshops soll auch in die „Kulturhistorische städtebauliche Analyse“ und abschließend in ein städtebaulich-historisches Leitbild münden.

Das Parken auf dem Westwall wird negativ bewertet

In der Gruppe „Identität“ wurden die Teilnehmer gebeten, kulturhistorische Identifikationsorte in der Innenstadt zu benennen. Auch wurden Orte besprochen, die den Bürgern am Herzen liegen, und solche, die Unmut erzeugen. Dabei zeigte sich, dass einige Stellen in der City teilweise mit gegensätzlichen Punkten wahrgenommen wurden: Architektonisch anspruchsvolle oder historische Gebäude wurden als wertvoll angesehen, der sie umgebende öffentliche Raum erhielt dagegen häufig negative Beurteilungen.

Als ein Beispiel nannten Teilnehmer die Nordseite des Dionysiusplatzes, die mit dem Weihnachtsmarkt „Made in Krefeld-Special“ eine Aufwertung erfährt. Die vier Wälle wurden als prägende städtebauliche Figur und an vielen Stellen als wichtig und wesentlich empfunden, jedoch wurden Hinweise zur Nutzung gegeben, wobei das Parken auf dem Westwall als negativer Punkt bewertet wurde.

In der Workshop-Gruppe „Stadtbild“ wurden die Bürger aufgefordert, den kulturhistorischen Wert und den Zusammenhang von ausgewählten nebeneinanderliegenden Häuserfassaden zu bestimmen. Die Teilnehmer diskutierten ferner, wie die Architektur und Eingriffe des Wiederaufbaus zu bewerten seien und differenzierten zwischen Projekten mit hoher architektonischer Qualität und geringerer gestalterischer Tiefe.

Es fand zudem eine intensive Auseinandersetzung mit dem Bestand im Detail statt. Debattiert wurde über den Wert von Wiederaufbauarchitektur, Problemimmobilien und großen Glasfassaden. Die Teilnehmer sprachen sich letztlich für klare und verbindliche Gestaltungsregeln für Gebäude in der Innenstadt aus. Red