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Krefeld: Wolfgang Jachtmann hat seine zehnte CD herausgebracht

Mundart : „Ja, wenn dat Höls niet wö-er”

„Ja, wenn dat Höls niet wö-er“, lautet der Titel. Das nächste Werk mit gleicher Überschrift ist schon in Arbeit und kommt am 11. November auf den Markt.

Gerade hat Wolfgang Jachtmann seine zehnte CD herausgebracht. „Ja, wenn dat Höls niet wö-er“, lautet der Titel. Das nächste, elfte Werk, mit gleicher Überschrift, Volume II, ist schon in Arbeit und kommt am 11. November auf den Markt. Bei so vielen Elfen ist klar: Sieben Karnevalslieder auf „Plott“ sind auf dem neuen Sampler zu hören.

Jachtmann – von Hause aus Allgemein- und Sportmediziner – hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Dialekt „seines“ Hüls zu pflegen und zu bewahren. „Ich habe schon als Kind Saxophon, Klarinette und Gitarre gespielt“, erzählt er aus der Jugendzeit. Damals hat er auch auf dem Schoß von Heimatdichter Laurenz Lingen gesessen, den die Hülser eher als Linge Lau kennen.

„Er kam mit seiner Frau regelmäßig bei meiner Großmutter Marie. Sie erzählten ihre Dönnekes in reinem Plott. Da habe ich so viel gehört und gesprochen, dass ich in der Schule, der katholischen Knabenschule, zuerst Schwierigkeiten mit dem Hochdeutsch hatte“ erinnert er sich und schmunzelt. „Es hieß, wer Plott spricht, komme nicht weit. Das hat sich nicht bewahrheitet.“

Jetzt will er diesen Dialekt, auf den er richtig stolz ist, durch die CDs am Leben erhalten, auf dass er bloß nicht in Vergessenheit gerät. „Die Lieder können die Sprache hörbar erhalten“, sagt Jachtmann. „Das Plott zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.“ Als er vor etwa zehn Jahren intensiv mit der Musik angefangen hat, richtete er sein Augenmerk darauf. Einen Kurs in Harmonielehre hatte der heute 60-Jährige da schon absolviert.“

Sieben der 14 Lieder stammen
aus der eigenen Feder

14 Lieder sind auf der neuen CD. Sieben stammen aus seiner eigenen Feder. Teilweise hat er für die Gitarre neu komponiert und arrangiert. Er spielt und singt aber auch Texte und Musik des früheren Hülser Heimatdichters Heinz Fenners neu ein. Ebenso wie alte Kassetten mit Originalen von Laurenz Lingen.

Die Titel heißen „Höls bliff Höls“, „Dä Hölsche Dom hält treu die Waach“ oder „Dat Bottermaat Lied“. Das Titelbild schmückt ein Blick über die Hülser Landschaft mit dem Kirchturm von St. Cyriakus im Hintergrund. Ein halbes Jahr hat Wolfgang Jachtmann am Tonträger gearbeitet.

Ebenso lange beschäftigt er sich jetzt mit dem neuen Werk, das sieben Karnevalslieder beinhaltet. Sie ist etwas für Hülser Karnevalisten und Heimatfreunde. Musiker, Sänger und Heimatdichter aus dem Ort sind beteiligt. Da dürfen die Walzer „Komm Trina, lott os danze“ und „Jaköbke“ nicht fehlen. Andere Stücke hat er aus dem Walzertakt in den Vierviertel-Takt versetzt. „Das klingt dynamischer, ist zeitgemäßer.“

Obwohl er Hülser mit Leib und Seele ist, wird er jetzt nach Brüggen ziehen. Seine Frau Dea fühlt sich dort wohler. Dem Hölsche Plott bleibt er jedoch treu, sagt er.