Krefeld: Winkmannshof in Linn wird koreanisches Restaurant

Traditionslokal in Krefeld : Neues Restaurant für den Winkmannshof in Linn

Das Traditionslokal hat Käufer gefunden, die neben der Burg ein koreanisches Restaurant eröffnen. Das Vorbild für die Kombination aus denkmalgeschütztem Gebäude und gehobener asiatischer Küche steht in Heidelberg.

Bisher war im Schaukasten neben dem Eingang des Winkmannshofes ein Schild zu sehen, auf dem „Vorübergehend geschlossen“ stand. Zum Flachsmarkt am Wochenende auf der benachbarten Burg soll es durch einen anderen Hinweis ersetzt werden, durch den Hinweis, dass dort bald das koreanische Restaurant „Gogi Matcha“ eröffnet. Die neuen Eigentümer des Hauses sind die Frankfurter Mediziner Michael Frenken und Eun Young Cho, als Architekt kümmert sich Mark Haagen um die Sanierung. Wie lange diese dauern wird, können die Beteiligten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Die beiden Eigentümer haben ein ähnliches Projekt in Heidelberg verwirklicht. Auch dort gibt es ein „Gogi Matcha“ in historischen Mauern: an der Haspelgasse in der Nähe des Marktplatzes und am Fuße des Schlosses. Weitere „Gogi Matcha“-Restaurants gibt es in Köln und Düsseldorf. „Es ist wichtig für Linn und für die Burg, dass es neue Eigentümer gibt und dass es Eigentümer mit dieser gastronomischen Erfahrung sind“, sagt Ratsherr Mustafa Ertürk, der sich für die beschriebene Lösung mit eingesetzt hat.

Eine Frage muss noch in der Politik entschieden werden

Damit sind die zwei wichtigsten Fragen geklärt, die die Menschen rund um die Burg seit einem guten halben Jahr beschäftigen. Das Restaurant hatte Anfang des Jahres geschlossen, Ende März war das Gebäude dann in einem Internetportal zum Verkauf angeboten worden. 950 000 Euro wurden dort für 1000 Quadratmeter Gesamtfläche und rund 620 Quadratmeter Gastraum gefordert. Nun ist klar, dass und wie es weitergeht, einen Vorbehalt gibt es aber noch. Die Erbpacht soll verlängert werden, darüber müssen die Politiker im Rathaus noch abstimmen.

Die Architekten und die Pächter wollen die alte Schönheit des Gebäudes wieder herausarbeiten. Sie wollen zum Beispiel den Lichthof freilegen, der im Moment mit einer Gipswand verkleidet ist und als Stuhllager genutzt wird. Sie wollen auf der Terrasse unter der kaukasischen Flügelnuss schattige Plätze schaffen, auch für die Menschen, die die Burg besuchen oder aus anderen Gründen einen Ausflug nach Linn machen. Sie wollen außerdem die Museumsscheune in ihr Konzept einbeziehen, die sie nach eigenen Angaben etwa 20 Mal pro Jahr „bespielen“ dürfen.

Die Sanierung muss den Denkmalschutz und den Charakter des Hauses, dessen Geschichte bis ins Jahr 1783 zurückreicht, respektieren. Der erste Schritt dieses behutsamen Vorgehens betrifft das Restaurant. „Gogi“ bedeutet Fleisch, „Matcha“ heißt Pferdekutsche, zusammen lässt sich dies mit Imbiss an einer Poststation übersetzen. Die Tradition passt also, die Speisekarte auch, denn in ihrem Mittelpunkt stehen koreanisches Barbeque und „Korean Fine dining“, also schönes Abendessen.

Am Ende soll ein Restaurant eröffnen, das beide Namen (Winkmannshof und Gogi Matcha) trägt, das gut ins Ambiente von Burg, Andreasmarkt und dem Linner Ortskern passt und  das beide Traditionen verbindet. In Heidelberg stehen auf der Karte zum Beispiel zu den koreanischen Spezialitäten auch Biere und Weine aus der Region.