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Krefeld: Windkraft muss adeln

Kommentar : Windkraft muss adeln

Der Stillstand war jahrelang auf Bundesebene gewollt. Jetzt werden die Weichen für eine Energiewende neu gestellt – auch in Krefeld. Wind- und Sonnenenergieerzeugung muss die Bürger nicht mehr ärgern.

In Sachen Windenergie und Photovoltaik ist Krefeld Entwicklungsland. Auf 140 Quadratkilometern Stadtgebiet stehen fünf veraltete Windräder, die 2001 genehmigt worden sind. Das ist 20 Jahre her. Seitdem: Stillstand. Zuletzt wurden vor zehn Jahren durch die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde neue Konzentrationsflächen nie bewilligt. So steht Krefeld als Stadt wie ein Symbol für fortschrittsfeindliche Energiepolitik und die verpasste Energiewende, die jetzt unter Hochdruck nachgeholt werden muss. Klar ist aber auch: Der Stadt kann man gar nicht viele Vorwürfe machen, weil der Photovoltaik-Boom von einst politisch durch geringere Förderung und dem Entschwinden der Produktion nach Asien zerstört wurde. Und Windräder politisch nie gewollt oder sogar verhindert wurden: zu teure Energie, zu kompliziert, zu ungeliebt im Lebensumfeld des Einzelnen. Krefeld als Teil des bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen hat so dem nichtvorhandenen politischen Druck gerne nachgegeben.

Das aber wird jetzt anders: Das Wind an Land-Gesetz tritt am 1. Februar in Kraft, derzeit wird auch im NRW-Wirtschaftsministerium jede aber auch nur im Ansatz infrage kommende Fläche generiert. Auch in Krefeld. Es gibt viele neue Ideen: Sie reichen vom Repowering – also dem Ersetzen alter Anlagen durch leistungsstärkere neue – bis hin zu regenerativer Energiegewinnung an Autobahnen oder Photovoltaik auf Wasser. Und mehr. Klar muss jetzt der gedankliche Umschwung sein: Wind- und Sonnenenergieerzeugung muss eine Stadt adeln – und seine Bürger nicht mehr ärgern.