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Krefeld: Wildtiere in der Stadt, der schlaue Fuchs frisst auch Abfälle

Krefeld : Wildtiere in der Stadt - Der schlaue Fuchs frisst auch Abfälle

Angeblich ist der Rotfuchs in ganz NRW auf dem Vormarsch. Die Zahl der Füchse ist nach Ansicht der Stadt in Krefeld aber konstant. Vor allem Haustiere sollten Abstand halten.

Diese Meldung hat Ende des vergangenen Jahres Tierschützer auf die Palme getrieben: Im Krefelder Zoo wurden Füchse getötet. Die nachtaktiven Jäger hatten zuvor Kängurus, Mundjaks und Wasservögel gerissen. Und der schlaue Meister Reineke geriet sogar in den (nie bewiesenen) Verdacht, Erdmännchen Toni Erdmann getötet zu haben. Der war 2018 spurlos aus seinem Gehege verschwunden. Die Erdmännchen-Anlage und die Gehege der Flamingos wurden danach gegen Füchse gesichert.

Angeblich ist der Rotfuchs in ganz NRW auf dem Vormarsch. Zuletzt gab es häufig Meldungen über Fuchssichtungen. Nach Staupe-Virus-Fällen hatte zuletzt das Veterinäramt in Duisburg Hundebesitzern geraten, ihr Tier impfen zu lassen. Der Stadtförster meint indes, es gebe keine Probleme, alles sei ganz normal. Wir haben bei Stadtsprecher Dirk Senger nachgehakt.

Wo treten Füchse in Krefeld auf?

Dem in Deutschland heimischen und dem Jagdrecht unterliegenden Rotfuchs ist eine hohe Intelligenz und Anpassungsfähigkeit zu attestieren. Der typische „Stadtfuchs“ nutzt die Nähe zum Menschen derart, dass er durch Abfälle oder die Erbeutung von Nutztieren leichter an Futter gelangt, als es ihm durch das Fangen von Wildtieren gelingen könnte.

Gibt es vermehrt Meldungen über lebendige oder tote Tiere im Stadtgebiet?

Genaue Zahlen zu der im stadtnahen Bereich feststellbaren Fuchspopulation sind nicht vorhanden. Die vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucher (LANUV) jährlich veröffentlichte Jagdstreckenmeldung zeigt seit zehn Jahren keine auffälligen Veränderungen. Auch gibt es keine gehäufte Meldung von verendeten Füchsen.

Wie ist das zu bewerten?

Ein auffälliger Rückgang der Fuchspopulation wird in Zukunft voraussichtlich nicht mehr festgestellt werden, da im urbanen Umfeld – außer dem Straßenverkehr oder aber dem Auftreten von Wildseuchen – keine nennenswerten Gefahren drohen. Eine Zunahme der Population wird angesichts der seit zehn Jahren gleichbleibenden Zahlen ebenso wenig erwartet, insbesondere da sich Füchse territorial verhalten und nur eine begrenzte Anzahl Individuen pro Revier geduldet wird, ab einer bestimmten Wilddichte darüber hinaus eine Selbstregulation bedingt durch vermindertes Fraßangebot und Infektionsdruck einsetzt und demnach die Sterberate steigt.

Was macht man, wenn man einen lebenden Fuchs sieht?

Von einem gesunden Fuchs geht bei einem Aufeinandertreffen grundsätzlich keine Gefahr aus. Er wird vor Menschen flüchten. Haustiere sind fernzuhalten, da der Fuchs sowohl wehrhaft ist, als auch als Überträger von Krankheiten sowie von Endo- und Ektoparasiten in Erscheinung treten kann, sofern Haustiere mit ihm in Kontakt kommen.

Und was, wenn man einen toten Fuchs findet?

Sollte ein Fuchs erkennbar Anzeichen einer Erkrankung aufweisen oder tot aufgefunden werden, so sollte unverzüglich Mitteilung an die Untere Jagdbehörde gemacht werden, damit die Krankheitsursache durch pathologische Untersuchung abgeklärt werden kann und das Auftreten etwaiger Wildseuchen möglichst noch während der Entstehung eingedämmt werden kann.

Wann ist es erlaubt, Füchse zu töten – wie zuletzt im Fall des Zoos?

Innerhalb der nach Paragraf 4 des Landesjagdgesetzes als befriedet anzusehenden Bezirke (also außerhalb der Jagdreviere) ruht die Jagd grundsätzlich. Eine Bejagung von Füchsen ist zwar grundsätzlich auf Grundlage einer Ausnahmegenehmigung möglich, allerdings sind solcherart Ausnahmegenehmigungen restriktiv zu handhaben. Auch ist die Bejagung mit der Schusswaffe oder Lebendfallen oft aus Gründen der Praktikabilität und/oder der Sicherheit nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Eine Ausnahmegenehmigung kann zum Beispiel geboten sein, wenn Tiere an einer Wildseuche erkrankt sind und eine Bekämpfung der Seuche mit jagdlichen Mitteln erfolgen muss, da es sich insofern um eine ordnungsbehördliche Seuchenbekämpfungsmaßnahme handelt. Die Bejagung von Füchsen auf dem Areal des Krefelder Zoos ist zuletzt 2019 genehmigt worden.

Ist von einer Verbreitung der Staupe auch in Krefeld auszugehen?

Dazu liegen keine Erkenntnisse vor. Hundebesitzer sollten sich bei Ihrem Tierarzt über Impfmöglichkeiten für jeden Einzelfall beraten lassen.

Wie viele Staupe-Fälle sind bekannt?

Da die Staupevirusinfektion nicht Gegenstand der staatlichen Tierseuchenbekämpfung ist, liegen keine amtlichen Zahlen vor.