Krefeld: Wie sieht die Zukunft der Uerdinger Rheinbrücke aus?

Überblick : Wie sieht die Zukunft der Uerdinger Rheinbrücke aus?

Unabhängig von den aktuellen Schäden laufen die Planungen. Möglich ist laut Straßen.NRW auch ein Abriss.

Im Zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört, heute ist sie ein Hingucker Uerdingens und wichtige Verbindung zwischen Krefeld und Duisburg — aber wie sieht die Zukunft der Rheinbrücke aus? Offenbar ist noch alles denkbar, vom Abriss bis zum Erhalt.
Die Ausgangslage:
Die Konstruktion aus dem Jahr 1936 ist in die Jahre gekommen: Aufgrund von „massiven“ Abplatzungen an der Unterseite der Betonfahrbahnplatte musste sie Anfang September für den Lkw-Verkehr  ab 7,5 Tonnen gesperrt werden. Das sorgte für eine weitere Verschärfung der Verkehrslage — Lastwagen stauten sich auf der Berliner Straße bis zur A57. Straßen.NRW untersucht noch die Schäden, um sie dann beheben zu können. In einer Mitteilung des Landesbetriebs hieß es auch: Da die Landesregierung den Neubau der Brücke — unabhängig von den aktuellen Schäden — in das Arbeitsprogramm 2019 zur Umsetzung des Bundesfernstraßenbedarfsplans aufgenommen habe, werde Straßen.NRW „die Anstrengungen für die Planung der neuen Brücke erhöhen“.

Das sagt die Politik: In der letzten Bezirksvertretung sorgte dies  für Gesprächsbedarf. Elmar Jakubowski (CDU) mahnte, die Planungen „sehr sensibel“ zu verfolgen. Bezirksvorsteher Jürgen Hengst (SPD) erklärte, dass er mit Straßen.NRW bereits vor einem Vierteljahr über das Thema gesprochen habe. Er könne sich vorstellen, dass eine neue Brücke nördlich vor der alten errichtet wird. Alles andere sei „politisch nicht vertretbar“.

Das sagt Straßen.NRW: Für konkrete Aussagen zur Zukunft der Rheinbrücke ist es noch zu früh, erklärte ein Pressesprecher von Straßen.NRW unserer Redaktion. Derzeit seien noch verschiedene Optionen denkbar: 1. Abriss der alten Brücke und ein Neubau. 2. Neubau und Erhalt der alten Brücke. 3. Ein Ausbau. Letztere Option sei jedoch eher unwahrscheinlich. Bedeutet: Die Zukunft der Rheinbrücke ist zurzeit noch ungewiss. „Inwieweit sie erhalten bleibt, muss man sehen“, so der Sprecher. Aber: Es gehe Straßen.NRW darum, fundierte Vorschläge zu machen. Im besten Fall sei darunter eine Planung, die von einer breiten Merheit getragen werden kann. Bis es nach einem Planungsverfahren zu einer Entscheidung kommt, könne noch circa  drei bis fünf Jahre vergehen, so eine spontane erste Schätzung des Sprechers. Zunächst solle aber die alte Rheinbrücke saniert werden.

Das sagt die IHK: „Mit diesem Verbot für mittelschwere und schwere Lkw verlieren die Unternehmen in der Region erneut eine wichtige Verbindungsachse zwischen den Binnenhäfen in Krefeld und Duisburg sowie zwischen den Chemparks in Uerdingen und Leverkusen“, wird Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz in einer Mitteilung der IHK Mittlerer Niederrhein zitiert. Im Mai hatte sich der hiesige Verband und die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg - Wesel - Kleve gemeinsam mit den Oberbürgermeistern von Krefeld und Duisburg dafür eingesetzt, dass der Ausbau der Uerdinger Rheinbrücke als „vordinglicher Bedarf“ im Bundesverkehrswegeplan behandelt wird. „Zur Sicherung der Leistungsfähigkeit setzen sich die vier Partner für einen zügigen vierspurigen Ausbau der Verbindungen zwischen der A3 und der A57 ein – inklusive eines Neubaus der Uerdinger Rheinbrücke“, hieß es Anfang Mai. Aber auch von einer „Erweiterung“ war die Rede.

Mehr von Westdeutsche Zeitung