1. NRW
  2. Krefeld

Krefeld: Wie die Verwaltung das Thema Maskenpflicht behandelt

Kommentar : Mal überfordert, mal gut

Irgendwie überfordert die Pandemie uns alle. Angesichts steigender Infektionszahlen reagiert die Politik aus guten Gründen mit schärferen Vorschriften. Den Überblick zu behalten, ist nicht wirklich leicht.

Das gilt auch für die Stadtverwaltung. Dass es eine Maskenpflicht in der Fußgängerzone geben würde, war seit einigen Tagen absehbar. Umso mehr erstaunt es, dass die Rathaus-Strategen nicht genau wissen, wo die Fußgängerzonen anfangen und wo sie aufhören. Diese Fakten sind aber für die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) entscheidend, wenn sie ein Bußgeld verhängen – oder eben nicht. Im Interesse aller sollte die Stadt ganz schnell Klarheit schaffen.

Lob verdient die Verwaltung dagegen für ihr Handeln beim Diagnosezentrum. Schneller als andere Kommunen wurden diese Kapazitäten im Frühjahr geschaffen, um die Arztpraxen und Krankenhäuser zu entlasten. Und als die Lage sich im Sommer scheinbar entspannt hat, hielt die Stadt an diesem Zentrum, das vom Deutschen Roten Kreuz betrieben wird, fest. Wenn jetzt die Öffnungszeiten ausgedehnt werden, ist das genau die richtige Entscheidung: Immer mehr Menschen möchten wissen, ob sie sich das Corona-Virus gefangen haben. Hilfreich ist zudem, dass Termine online gebucht werden können.

Wir alle sollten die Möglichkeiten aber nur nutzen, wenn es einen guten Grund dafür gibt. Zum Beispiel für Pflegekräfte in Heimen oder Kliniken. Der Hausarzt bleibt bei Symptomen der erste Ansprechpartner. Seine Einschätzung sollte maßgebend sein. Das Testzentrum an der Schwertstraße darf nicht missbraucht werden, um bei Erkältungen dem Corona-Verdacht nachzugehen.