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Krefeld: Weniger Anmeldungen an Gymnasien und Gesamtschulen

Bildung : Krefeld zählt weniger Anmeldungen an weiterführenden Schulen

Rückkehr zu G 9 führt nicht zum erwarteten Boom an Gymnasien. Nur 60 neue Fünftklässler für das Gymnasium Horkesgath.

Eines zeigen die jetzt von der Stadt veröffentlichten Zahlen der Anmeldungen an Krefelds weiterführenden Schulen für das kommende Schuljahr bereits deutlich: Die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren (G 9) hatte – anders als von vielen erwartet – keinen Anmelde-Boom an den Gymnasien zur Folge. Von insgesamt 1580 bislang an den städtischen Schulen angemeldeten künftigen Füntklässlern werden 617 die fünf Gesamtschulen, 304 die drei Realschulen und 659 die sieben Gymnasien besuchen. Hinzu kommen die Schulen in nicht-städtischer Trägerschaft: Das Gymnasium Marienschule wird alle 102 dort angemeldeten Kinder aufnehmen und vier fünfte Klassen bilden. An der Bischöflichen Maria-Montessori-Gesamtschule können von 198 angemeldeten Kindern 120 angenommen werden, mit denen am Minkweg ebenfalls vier Klassen entstehen.

Auffällig ist außerdem: An den Gesamtschulen gab es insgesamt zehn Anmeldungen weniger als im Vorjahr, an den Gymnasien sind es 72. Lediglich die Realschulen verzeichnen ein Anmeldeplus von elf Schülern. „Der Jahrgang, der Krefelds Grundschulen zum Sommer verlässt, ist insgesamt 60 Köpfe kleiner als im Vorjahr. Deshalb gibt es insgesamt weniger Anmeldungen“, erklärt Schulamtsleiter Jürgen Maas die aktuellen Zahlen. Hinzu komme die Entwicklung, dass Jahr für Jahr die Zahl der Eltern steige, die ihre Kinder in der vorgegebenen Frist noch nicht an einer weiterführenden Schule angemeldet haben. Zwischen 50 und 70 Schüler seien das aktuell sagt Maas, genauer zu beziffern sei das derzeit nicht, da die Anmeldeverfahren angrenzender Städte wie etwa Kempen nicht immer zeitgleich abgeschlossen seien.

Ein Großteil der Schüler
bekommt Platz an Wunschschule

Die gute Nachricht sei, so heißt es von der Stadt, dass „der weit überwiegende Teil der zukünftigen Fünftklässler einen Platz an der Wunschschule bekommen“ habe. „Wenn es mit dem Erstwunsch nicht geklappt hat, kann nach den aktuell vorliegenden Ergebnissen für alle diejenigen, die ihre Kinder fristgerecht angemeldet haben, zumindest der Zweitwunsch erfüllt werden.“

Besonders beliebt bei den künftigen Gymnasiasten ist das Ricarda-Huch-Gymnasium im Stadtteil Cracau. Von 123 angemeldeten Schülern werden dort nach den Sommerferien 116 aufgenommen. Das Gymnasium am Stadtpark und das Fabritianum in Uerdingen nehmen sogar drei beziehungsweise zwei Schüler mehr auf, als es die Kapazitäten der Gymnasium hergeben. Platz ist dagegen noch am neuen Innenstadtgymnasium (zwölf Plätze), an der Realschule Horkesgath (18 Plätze) und an der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule (63 Plätze). „An diesen Schulen können nun alle Kinder angemeldet werden, deren Eltern den Anmeldetermin verpasst haben oder für die kein Platz an der gewünschten Schule zur Verfügung steht und kein Zweitwunsch angegeben war“, heißt es von der Stadt.

Enttäuscht ist Schulamtsleiter Jürgen Maas über die Entwicklungen der Anmeldezahlen am Gymnasium Horkesgath: Mit 60 Schülern hatten sich dort für das kommende Schuljahr noch mal zehn weniger angemeldet als im Vorjahr. Daher werden nur zwei fünfte Klassen gebildet – Kapazität gäbe es für drei. „Da muss man künftig genau hinschauen“, gibt Maas zu bedenken, hebt aber auch die Besonderheit des Schulprofils hervor: Das Gymnasium an der Horkesgath ist das einzige in der Stadt, das einen verpflichtenden Ganztag bis 16 Uhr anbietet. „Das ist ein durchaus interessantes und auch wichtiges pädagogisches Angebot, da man den Unterricht dort am Biorhythmus der Schüler ausrichten kann – wo geht das sonst?“, sagt Maas.