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Krefeld: Wenige Stromkunden nutzen SWK-Corona-Angebote

SWK Energie : Trotz Corona nicht mehr säumige Stromkunden

Während der Corona-Pandemie haben viele Krefelder finanzielle Probleme bekommen. Die SWK beraten, falls die Stromrechnung nicht gezahlt werden kann - doch wie viele Betroffene gibt es?

Durch das Corona-Virus haben viele Krefelder finanzielle Probleme bekommen. Grund: Die Zahl der Arbeitslosen ist innerhalb eines Monats um knapp 2000 angestiegen, hinzu kommen knapp 4500 Menschen, für die Kurzarbeit beantragt wurde. Außerdem konnten ganze Branchen – etwa die Gastronomie – über Wochen nicht arbeiten. Wächst deshalb auch die Zahl derer, die ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen können? Unsere Zeitung hat bei den Stadtwerken Krefeld (SWK) nachgehakt.

Nach Auskunft von Unternehmenssprecher Michael Paßon liegt aktuell die Zahl der Betroffenen (Einzelkunden und Firmen) bei weniger als 50. Die Zahl stagniere auch. Auch die eigens eingerichteten Beratungsangebote der SWK werden weniger genutzt, „als wir anfangs erwartet hatten“.

Die Stadtwerke bieten „individuelle Lösungen“ an, um Kunden, die wegen Corona in Finanznöte geraten sind, zu helfen. „Wenn sich Betroffene bei uns melden, bieten wir eine Ratenzahlung oder eine Stundung je nach Situation des Kunden an. Natürlich haben wir auch einige Fälle dabei, die wir ablehnen müssen, da sich auch Kunden bei uns melden, die nicht von der Corona-Krise betroffen sind und bereits vor Beginn Zahlungsrückstände hatten“, berichtet der Unternehmenssprecher. Bei Gewerbebetrieben, die in der Krise keinen oder einen reduzierten Verbrauch haben, biete sich vor allem eine Reduzierung des Abschlags an. „Dieses Angebot haben wir in Verbindung mit einer Zwischenabrechnung auch immer wieder aktiv gemacht.“

Seit dem 1. April können die Kunden von einem neu eingeführten Leistungsverweigerungsrecht Gebrauch machen: Sie müssen ihre durch Corona entstandenen Schulden – etwa die Stromrechnung der Stadtwerke – zunächst einmal nicht zahlen. Der Zahlungsaufschub gilt derzeit aber nur bis zum 1. Juli, ab diesem Datum muss neben den laufenden Verbindlichkeiten auch noch das nachbezahlt werden, was in den Monaten zuvor angefallen ist. „Die Mehrheit sieht in dem Zahlungsmoratorium keinen Vorteil, da die Forderung nach Auslauf des Moratoriums beglichen werden muss und viele befürchten, dadurch noch größere Zahlungsprobleme bekommen würden“, so Michael Paßon. Die Mehrheit der Kunden begleiche die Forderung sofort, nutze die Möglichkeit einer Ratenzahlung oder komme für eine Abschlagsreduzierung in Betracht.

Hat sich mit Blick auf diese Erfahrungen der Sonderweg gelohnt? SWK-Chef Carsten Liedtke: „Absolut, denn es ist unser Selbstverständnis als Unternehmen der Daseinsvorsorge, für unsere Kundinnen und Kunden da zu sein. Gerade jetzt.“ Darum sei man bereits vor Start des Moratoriums auf die Kunden, „die wir ja kennen“, zugegangen und habe Beratung angeboten. Die Einrichtung einer Extra-Mailadresse für solche Fälle sei nur konsequent. „Es ist ja erfreulich, dass wir bislang nur wenige Kundinnen und Kunden haben, die das Angebot auch wahrnehmen müssen. Aber dies ist ein Zwischenstand – die langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise werden erst später spürbar sein“.