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Krefeld: Weihnachtszirkus bietet Revue mit Clowns, Akrobaten und Tieren

Auf dem Sprödentalplatz : Das bietet der Weihnachtszirkus in Krefeld in diesem Jahr

Bis zum 5. Januar gibt es auf dem Sprödentalplatz wieder den Weihnachtszirkus mit einer Revue zu sehen.

Gerd Koch trägt einen dunkelroten Ara auf seiner Schulter. Die Papageien-Dame Loreen sei heute jedoch nicht sehr gesprächig, meint der Künstler, der die Journalistenrunde im Vorzelt besucht. Koch, der mit seiner Frau Marietta beim Krefelder Weihnachtscircus Kunststücke mit Tieren aufführen wird, macht bei der Vorstellung ein paar Späße, posiert für ein paar Bilder. Diesmal hält die Papageien-Dame noch ihren Schnabel. Vor dem großen Publikum soll es bald anders sein: „Sie hat eigentlich einen großen Wortschatz und redet viel.“ Koch ist schon lange im Geschäft. Er könne mit fast allen Tieren umgehen, meint Daniel Burow, Sprecher des Circus Probst, der von diesem Donnerstag, 19. Dezember, an bis zum 5. Januar auf dem Sprödentalplatz gastiert.

Das Jahr 2019 soll ein besonderes werden. In 2018 feierte man noch das Jubiläum: 250 Jahre Zirkus. Betont klassisch. Damals, im Jahr 1768, hatte der Engländer Philip Astley die erste Reitschule in London eröffnet. Der brillante Reiter hatte Freude am Erfinden und studierte Kunststücke ein. Er gilt als Pionier der modernen Zirkuskunst. Anno 2019 setzt die Familie Probst auf Elemente von gestern und heute. Quasi eine „Revue auf Sägemehl“, wie es Burow umschreibt: „Es soll einfach schön aussehen. Wir wollen mit Bildern erzählen.“ Dabei soll es auch um die Geschichte des Zirkus’ gehen. Schon seit sieben Jahren kommt Probst nach Krefeld. Er hat hier zu Weihnachten einen zweiten festen Standort neben Gelsenkirchen gefunden: „Wir etablieren uns“, sagt Daniel Burow. Der Vorverkauf laufe gut. Man sei zufrieden. Der Trend gehe nach oben. Daher habe man auch das Angebot aufgestockt. Das Weihnachtsgeschäft laufe gut, vor allem an Heiligabend und Silvester, besser zumindest als die Tournee. Probst bereist dabei 30 Spielorte in ganz Deutschland.

Für den Fototermin haben sich die Künstler und Artisten schon einmal in ihre Kostüme geschmissen und im großen Zelt versammelt. Der Titel der Veranstaltung trägt in diesem Jahr den Namen: „Fantastico – Magische Zirkusträume.“ Es soll dabei eine Kombination sein: Artistik, Clowns, Magier, Tiere, Showballett und Musical-Sänger. Eine durchgehende Show, kein Nummernprogramm mehr wie gewöhnlich. Das eine geht ins andere über.

Gut zweieinhalb Stunden dauert die Aufführung samt Pause

„Ein Motiv in der Manege ist ein Requisit der nächsten Nummer“, sagt Burow. Gut zweieinhalb Stunden wird die Vorführung samt Pause dauern. Viele Disziplinen werden dabei miteinander gemischt. Man wolle damit ein Zeichen setzen, dass der Zirkus mit dem Zeitgeist mithält. Burow: „Wir konkurrieren mit allen anderen Freizeitangeboten. Wir sind live. Wir übernehmen Elemente aus Gesang und Ballet und zeigen Dinge, die man vielleicht nicht so erwartet.“

 Für den Pressetermin hat sich das Zirkus-Ensemble schonmal in seine Kostüme geschmissen.
Für den Pressetermin hat sich das Zirkus-Ensemble schonmal in seine Kostüme geschmissen. Foto: ja/Dirk Jochmann (DJ)

Die Seilartistin Isabell Maatz wird beispielsweise von Ballett-Tänzerinnen und einem Musical-Sänger unterstützt. Das englische Duo Imagine bietet eine Liebesgeschichte als Luftakrobatik. Das Paar wird dabei bis unter die Kuppel des Zeltes in 15 Meter Höhe schweben. Der französische Magier Nicolas del Pozo, der sein Handwerk in Las Vegas lernte, will Illusionen á la Copperfield in die Manege zaubern. Unterstützt wird del Pozo dabei von vier Ballett-Tänzerinnen.

Daneben gibt es aber noch viele andere Auftritte. Der Fahrrad-Künstler Kostian, Roxana und der Luftring und auch das Todesrad des Duos Sifolini. Zudem zeigt die Khadikov-Truppe Reitkunst wie in den Ursprüngen vor 251 Jahren. Insgesamt sind 60 Mitarbeiter aus zwölf Nationen vertreten. Die Vielfalt wird eine der Botschaften sein.

Für das Programm wurde eigens die schwedische Choreografin Monika Orendy Viranyi für den Standort Krefeld engagiert. Sie soll dafür sorgen, dass die verschiedenen Tänze auch je nach ihrer spanischen, lateinamerikanischen oder afrikanischen Herkunft originalgetreu umgesetzt werden. Dafür wurden bestimmte Proben extra im Vorfeld in der Nähe von Berlin vorgenommen. Ein großer Aufwand für die knapp drei Wochen in Krefeld. „Wir wollen immer etwas Neues kreieren. Das Maximum wird in das Programm gesteckt“, sagt Burow.