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Krefeld: Waffensammler lagerte 13.000 Patronen auf Dachboden

Prozess beendet : Krefelder Waffensammler lagerte 13.000 Patronen auf Dachboden

Eineinhalb Jahre auf Bewährung gab es für einen 65 Jahre alten Mann wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Der Mann hatte Waffen, zugehöriges Werkzeug und tausende Patronen gehortet.

Mit einer eineinhalb Jahre langen Bewährungsstrafe kam ein 65-jähriger Waffensammler aus Krefeld vor dem Schöffengericht davon. Er musste sich wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verantworten.

Am 2. Mai 2018 wollten zwei Polizeibeamte den Mann in Gewahrsam nehmen. Das habe dann auch unproblematisch funktioniert, allerdings fanden die Beamten bei der Durchsuchung des Angeklagten eine durchgeladene Pistole mit vollem Magazin griffbereit in einem Holster am rechten Hosenbund, dazu ein weiteres voll aufmunitioniertes Magazin mit sieben Patronen in seiner Sakkotasche sowie schließlich ein Springmesser. Zum Führen der Schusswaffe, plus der dazugehörigen Munition und des Springmessers war der Angeklagte allerdings nicht berechtigt.

Eine noch größere Entdeckung machten die Polizisten allerdings auf dem Dachboden des Hauses. Insgesamt seien 13.000 Patronen in diversen Kisten aufgefunden worden. Nur 2.000 Patronen davon hätte der Mann legal besessen, weil er eine entsprechende waffenrechtliche Erlaubnis hatte. Die restliche Munition war allerdings in größeren – für den Angeklagten illegalen – Kalibern.

Weiterhin seien Werkzeuge zur Munitionsherstellung und rund 23 Kilogramm unsachgemäß gelagerten Treibladungspulvers aufgefunden worden. Hierfür hatte der Angeklagte wohl bis 2015 eine Erlaubnis nach dem Sprengstoffgesetz. Diese sei inzwischen aber erloschen. Neben der Munition wurden noch vier selbstgefertigte Schalldämpfer, neun Waffenläufe, ein funktionsfähiger Verschluss einer UZI-Maschinenpistole sowie ein Pistolenverschluss nebst Werkzeugen für die Instandsetzung von Waffen sichergestellt worden – alles illegal.

Vor Gericht räumte der Mann die Vorwürfe über seine Verteidigerin ein. Die Staatsanwaltschaft hatte eine zweijährige Bewährungsstrafe gefordert. Das Gericht blieb allerdings auch wegen des Geständnisses sechs Monate darunter.