Volksfest Vorfreude auf den Flachsmarkt – aber die Genehmigung der Stadt fehlt noch

Krefeld · Nach dreijähriger Zwangspause soll am kommenden Pfingstwochenende wieder der Flachsmarkt stattfinden. Die Genehmigung der Stadt steht jedoch noch aus.

 Am Montag hat rund um die Burg Linn der Aufbau für den diesjährigen Flachsmarkt begonnen.

Am Montag hat rund um die Burg Linn der Aufbau für den diesjährigen Flachsmarkt begonnen.

Foto: wz/bischof

Die Vorfreude auf den Flachsmarkt zu Pfingsten ist groß, kein Wunder nach drei Jahren Corona-Zwangspause ohne Besucher rund um Burg Linn. Das Veranstalterteam um den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt, Alexander Raitz von Frentz, ist aber auch aus einem anderen Grund aufgeregt: „Uns liegt noch nicht die Genehmigung für den Flachsmarkt von der Stadt vor“, sagt Raitz von Frentz am Montagmittag im Gespräch mit der WZ. Wann er die Anträge im Rathaus eingereicht hat? „Anfang des Jahres.“ Am Abend heißt es von der Stadt, die Fachbereiche Bau, Planung und Ordnung seien mit dem Vorgang befasst, eine Sondernutzungserlaubnis sei inzwischen erteilt worden, die anderen Genehmigungen wohl eher eine „Formsache“, so eine Sprecherin.

Zudem signalisiert die Stadt, dass sich gegenüber dem letzten Flachsmarkt 2019 an der Genehmigungslage nichts gravierendes ändern werde. Raitz von Frentz: „Aber der Teufel liegt oft im Detail, deshalb bleibt ein ungutes Gefühl, bis die Genehmigung vorliegt.“ Wann das sein wird, ist unklar, die Veranstalter hoffen, dass es spätestens am Dienstag so weit ist.

Es haben sich weniger, aber auch neue Handwerker angemeldet

Generell sind die Macher zuversichtlich, obwohl eine gewisse Ungewissheit zu spüren ist, kein Wunder nach drei Jahren Pause. Die Wetteraussichten, vermutlich der wichtigste Faktor für den Besucherandrang, sind gut, der Vorsitzende der AG Flachsmarkt hofft auf rund 40 000 Besucher an den drei Flachsmarkttagen von Samstag bis Pfingstmontag. Zwischen 43 000 und 50 000 waren in den letzten Veranstaltungsjahren 2014 bis 2019 gekommen, der Riesenandrang mit Besucherzahlen von weit mehr als 100 000 liegt schon lange zurück.

Wer diesmal kommt, den erwartet Bekanntes und Bewährtes, aber es gibt auch Absagen und Neuzugänge rund um Burg Linn. Hier die wichtigsten Einzelheiten.
Handwerker: Unterm Strich werden wohl gut 270 Aussteller teilnehmen, das sind etwa zehn Prozent weniger als 2019. Einige Handwerker zögerten noch, sagt Raitz von Frentz: „Und zwar aus verschiedenen Gründen. Manche trauen es sich auf dem Flachsmarkt noch nicht zu nach der langen Pause, sie sagen, sie könnten erst 2023 wieder einsteigen. Andere konnten länger nichts produzieren, wieder andere haben ihr Handwerk in der Coronazeit ganz aufgegeben.“ Einen Stammgast in Linn wiederum bremst der Brexit aus. Der Brite kann seine Ware nicht mehr per Lkw nach Krefeld fahren, sondern muss sie auf der Insel in Container aufgeben und verzollen, das war ihm zu teuer. Auf der anderen Seite treten mehr als 20 Neulinge erstmals in Linn an, darunter Buchdrucker, Klavierbauer, Steinmetz, Porzellanmaler, Goldschmiedin oder Bürstenmacher.

Programm: Hier gibt es nur wenige Abstriche im Vergleich zu den letzten Flachsmärkten. Allerdings herrscht Pferdemangel, deshalb kann das klassische Ritterturnier nur in abgespeckter Variante steigen. Musikanten, Gaukler, Akrobaten und Falkner sind am Start, auch das Ritterturnier für Kinder steigt ebenso wie Bogenschießen oder Schwertkämpfe. Die Kinder können zudem wieder malen an Staffeleien auf dem Kleinen Lindenberg, auf der Kasperlebühne präsentieren sich die Linner Puppenspieler. Musik machen unter anderem die „Kornblum-Familie“ und der Linner Shanty-Chor.

Gastronomie: Auch hier gibt es unter den insgesamt gut 40 Anbietern Zu- und Abgänge. Nicht mehr dabei ist etwa „Spanferkel am Grill“, dafür werden neue italienische, spanische, türkische und koreanische (Winkmannshof) Spezialitäten rund um die Burg angeboten.

Anreise: Erstmals gilt die Flachsmarkt-Eintrittskarte auch als Ticket für die Hin- und Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln im VRR (2. Klasse) Preisstufe B, bezogen auf das Tarifgebiet Krefeld. Man kann also mit der Eintrittskarte bequem und kostenlos Bus und Bahn für die Fahrt zum Flachsmarkt und zurück nach Hause nutzen. Das Kombiticket erhält man an den Pfingsttagen auf allen SWK-Linien beim Bus- oder Straßenbahnfahrer.

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