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Krefeld: Viele Läden wieder offen, doch Corona-Schutz wird schwieriger

Nach der Corona-Schließung : Viele Geschäfte haben geöffnet — es gibt aber kaum Kontrollen

Wieder deutlich voller ist die Krefelder Innenstadt durch die Öffnung vieler Geschäfte. Doch die Einhaltung der Schutzverordnung wird dadurch schwieriger. Die Ladenbesitzer zeigen sich oft kreativ.

Keine Frage: In der Krefelder Innenstadt ist deutlich mehr los an diesem sonnigen April-Montag als in den vergangenen vier Wochen. Seit die Geschäfte wegen der Corona-Krise zwangsweise geschlossen werden mussten, herrschte tagsüber zwischen den Wällen oft eine gespenstische Ruhe. Doch an diesem frühen Nachmittag flanieren wieder viele Menschen durch die Fußgängerzone – einige mit, die meisten aber ohne Mund-Nasen-Schutz. Der eigentlich vorgeschriebene Abstand von mindestens 1,50 Metern ist nicht immer einzuhalten.

Oberbürgermeister Frank Meyer spricht von einer „kaum zu bewältigenden Kontrolle“ und räumt ein: „In der konkreten Umsetzung sind die jetzigen Regelungen schwieriger als die harte bisherige Linie, weil die Abgrenzung in den Details komplizierter wird und die Zahl der Ausnahmen steigt.“ (Seite 14)

Beim Rundgang fällt rasch auf: Eindeutige Vorgaben an die Geschäftsinhaber gibt es offenbar nicht, jede(r) setzt die Corona-Schutzverordnung anders um. Besonders gut geordnet läuft das Ganze etwa in der Papeterie Lechner und Hayn an der Rheinstraße ab. Die Kasse ist mit einer Hygiene-Schutzwand abgetrennt. Es gibt einen getrennten Eingang und Ausgang, der Weg durch das Ladenlokal wird gesteuert. Die Kunden bekommen am Eingang einen Einkaufskorb – acht gibt es, sind keine mehr vorhanden, muss gewartet werden. „Ich habe das per Baugefühl gemacht“, berichtet Inhaberin Sandra Lemke. Klare Regeln wären aus ihrer Sicht einfacher gewesen. Auf jeden Fall freut sie sich, dass der Laden wieder offen ist: „Ich bin positiv überrascht, wie viele Kunden schon gekommen sind.“

An der Ecke Rheinstraße/Friedrichstraße ist die Lage zweigeteilt: Während das Modehaus Anson’s noch nicht öffnen durfte, ist in der Deichmann-Filiale gegenüber reger Publikumsverkehr. Filialleiter Markus Erkens verteilt am Eingang elektronische Sicherheitschips an die Kunden: Insgesamt 29 gibt es, ist diese Zahl erreicht, bildet sich eine Warteschlange. Wer den Laden wieder verlässt, gibt den Chip wieder ab – anderenfalls gibt es ein Alarmsignal an der Tür.

Beim Juwelier Krämer ist das Rollgitter vor den Schaufenstern noch unten: Erst am 22. April wird das Geschäft wieder geöffnet, die Vorbereitungen dazu laufen, wie man von außen sehen kann. Andere Läden öffnen am Dienstag wieder, die meisten haben aber schon am Montag die Kunden wieder hinein gelassen.

„Schön, Sie wiederzusehen“, heißt ein Aushang an viele Türen. „Bitte 1,50 Meter Abstand halten“, ist ebenfalls oft zu lesen – wobei auch hier die Angaben auseinander gehen: Manche Geschäftsinhaber bitten um eine Zwei-Meter-Sicherheitszone.

Im Schwanenmarkt ist es deutlich ruhiger als an einem Vor-Corona-Montag: Zwei gegenüber liegende Boutiquen sind offen, doch Kunden sind dort keine zu sehen. Eine lange Schlange steht vor der Drogeriekette Rossmann – die Depot-Filiale nebenan ist dagegen weiterhin geschlossen. Und im Camp-David-Store liest man an der Tür, dass 24 Kunden gleichzeitig hinein dürfen – derzeit ist keiner da.

Offen ist auch wieder die große Thalia-Buchhandlung an der Hochstraße. Der Hintereingang zum Schwanenmarkt bleibt zu, am Haupteingang zur Hochstraße gibt eine Mitarbeiterin mit Mundschutz Einkaufskörbe an die Kunden aus und reguliert so die Zahl der Menschen im Laden.

Im Kosmetikgeschäft Rituals können sich die Kunden im Eingangsbereich die Hände am Waschbecken waschen. „Das hatten wir aber schon vor Corona“, verrät eine Mitarbeiterin. Kurz vor dem Neumarkt bereitet dieTextilhandelskette Olymp & Hades die Eröffnung ihres neuen Ladens an der Stelle vor, an der sich früher Lederwaren Lemm befand. Das für Anfang April vorgesehene „Grand Opening“ musste verschoben werden, derzeit wird aber die Ware schon eingeräumt.

Im Outlet von Intersport Borgmann an der Königstraße dürfen sich die Kunden am Eingang die Hände desinfizieren und einen Mundschutz anlegen. Das Hauptgeschäft gegenüber ist noch zu, da es mehr als 800 Quadratmeter groß ist.

Letzteres gilt auch für Betten Beck 100 Meter weiter. Doch Inhaber Klaus Erich Beck durfte öffnen: „Wir verkaufen auch Möbel“, sagt er und verweist auf die ausgestellten Betten. Die Kunden seien „sehr dankbar“, endlich wieder kommen zu können – und auch er selbst ist sehr glücklich damit: „Vier Woche zu schließen war schwierig.“