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Krefeld: Viele Beschwerden nach Kita-Öffnung

Kinderbetreuung : Viele Beschwerden nach Kita-Öffnung in Krefeld

Eltern üben Kritik an zu geringer Betreuungszeit und erneuter baldiger Schließung in den Sommerferien, Erzieherinnen sprechen von unnötiger Zusatzbelastung durch die Schutzmasken als „Bausatz“.

Das Betretungsverbot für Kindertagesstätten ist in der vergangenen Woche aufgehoben worden. Der Regelbetrieb hat wieder begonnen, wenn auch nur in eingeschränkter Form. Der Infektionsschutz stehe immer noch an oberster Stelle, schreibt das Landesfamilienministerium. Die Gruppen dürfen die Größe nicht überschreiten, die sie schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie hatten. Eingewöhnungen ab dem 1. August seien wieder möglich.

Eine Erleichterung gibt es immerhin für die Kleinen: Eine Maskenpflicht herrscht nicht. Die Gefahr im Umgang damit sei einfach zu groß. Dafür aber erleben Eltern immer noch Zusatzbelastungen: Zehn Stunden weniger Betreuungszeit pro Woche – damit müssen sich die Eltern noch arrangieren. Allerdings: „Die jeweilige Ausgestaltung obliegt den Einrichtungen. Aspekte des Kinderschutzes und besondere Härtefälle sind in Abstimmung mit dem Jugendamt zu berücksichtigen“, so das Ministerium.

In Krefeld habe es dabei schon viele Beschwerden der Eltern gegeben, wie Stadtsprecherin Irene Ehlers auf Nachfrage mitteilt: „Dies war auch zu erwarten. Unabhängig davon wird versucht, diesen Anfragen argumentativ entgegenzuwirken und auch Einzellösungen zu konzipieren.“ Elternbeirat Michael Porsch, der seinen Nachwuchs in der Kita Krokobär an der Reinarzstraße betreuen lässt, diese vor der Arbeit zur Einrichtung bringen und nach der Arbeit wieder abholen kann, sagte der WZ: „Wir geben unser Kind an der Tür ab und betreten das Haus gar nicht. Nach der Betreuung wird das Kind nach draußen zum Tor gebracht. Das funktioniert ganz gut.“ Er und seine Frau hätten Glück, denn sie seien beruflich flexibel. Dies treffe längst nicht auf alle Familien zu.

In der vergangenen Woche wurde zudem bekannt, dass das Land drei Millionen Schutzmasken an die etwa 10 000 Kindertagesstätten verteilen ließ, die offenbar nach dem Auspacken erst noch zusammengesetzt werden müssen vor der ersten Benutzung. Ein Bausatz also. Neben den drei Millionen unfertigen Masken seien aber auch zwei Millionen Mund- und Nasenschutze zur sofortigen Verwendung ausgeliefert worden.

Viele Mitarbeiterinnen in Kitas aber zeigten sich zu Wochenbeginn enttäuscht über die Lieferungen der Landesregierung. Diese Bausätze seien auch in Krefeld gelandet, wie Sprecherin Irene Ehlers sagte. Ein Ärgernis auch hier. Eine Zusatzbeschäftigung für die Betreuerinnen.

Wenn in zwei Wochen am 29. Juni die Sommerferien in NRW beginnen, was heißt das dann für die Kindertagesstätten? Stadtsprecherin Ehlers: „Wie auch in den Vorjahren schließen die städtischen Kindertageseinrichtungen jeweils drei Wochen. Während der Schließzeit werden Betreuungsbedarfe in der Vertretungseinrichtung abgedeckt.“ Dennoch versuchten die Kitas den Eltern so weit es geht entgegenzukommen, so Ehlers.