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Krefeld: Viel Platz in kleiner, moderner Küche

Spende : Viel Platz in kleiner, moderner Küche

Anonymer Mann spendiert eine neue Kochstelle für das Freizeitzentrum Süd.

In der neuen Küche des Freizeitzentrums (FZ) Süd gibt es endlich genug Platz, damit die Kinder ihre heiß geliebte Kartoffelsuppe gemeinsam selbst zubereiten können. Doch wegen der Corona-Pandemie muss das warten. Noch kocht Abira Chandran, die stellvertretende Einrichtungsleiterin, nicht mit, sondern für die Mädchen und Jungen. Ein Mann, der anonym bleiben will, hat das funktionelle weiße Prunkstück mit Holzoptik, großer Kücheninsel und den notwendigen Elektrogeräten innerhalb der Aktion „Krefeld für Kinder“ spendiert. Kostenpunkt: 8000 Euro.

Lichtleisten und ein
neuer Boden in der Küche

Die offene Küche befindet sich in einer neu hergerichteten modernen Umgebung. Das Team des Freizeitzentrums hat den kompletten Raum neu gestaltet mit Lichtleisten und neuem Boden. Stadtdirektor Markus Schön lobt: „Dies zeigt das hohe Engagement und die sozialen Werte für die offene Kinder- und Jugendarbeit. Hier geht es nicht nur um Freizeit, sondern auch den Mittagstisch, der oftmals die erste und meistens auch die einzige warme Mahlzeit der Kinder im Alter zwischen sieben und dreizehn Jahre täglich ist.“

Das gemeinsame Kochen habe zudem einen integrativen Wert. Die Zubereitung mit frischen Zutaten stehe zusätzlich für eine gesunde und somit wertvolle Ernährung, erklärt Schön weiter. „Der Bedarf an warmen Mahlzeiten ist in fast jeder Einrichtung groß.“ Die bisherige Küche im FZ-Süd war klein, dunkel, sehr beansprucht und von einer relativ hohen Mauer umgeben. Nicht alle Kinder konnten sich dort gleichzeitig aufhalten. „Die Sachspende des anonymen Mannes hat nun Abhilfe geschaffen“, berichtet Gregor Micus, Koordinator von „Krefeld für Kinder“. Er habe einfach nur helfen wollen, hat er gesagt.

Lieber Lauchcreme-Suppe – Spaghetti sind nicht sehr gefragt

Nun gibt es einen von Grund auf neu gestalteten Bereich mit großer Arbeitsfläche und viel Platz für kleine Köche – wenn die Corona-Zeit überstanden ist. Chandran weiß: „Die Kinder mögen auch gerne Lauchcreme-Suppe. Spaghetti sind nicht sehr gefragt. Sie sind heiß aufs Kochen. Schade, dass es gerade nicht geht.“ Kindertafel, Stadt und Förderverein helfen bei der Finanzierung der Speisen.

„Zehn Kinder kommen montags bis donnerstags zwischen 14 und 16 Uhr ins Freizeitzentrum und können selbst entscheiden, ob sie vor oder nach der Hausaufgaben-Betreuung essen möchten. Gestern stand – nach gemeinsamer Besprechung - türkischer Reis mit Tomaten-Hackfleisch-Soße auf dem Speisezettel. Während der Ferienbetreuung wächst die Zahl der Esser auf bis zu 25 Personen.

Silke Wintersig, Leiterin der Abteilung Jugend, sieht in die Zukunft: „Wir können uns auch Kochkurse mit Eltern und Kindern hier vorstellen und so den Integrationsgedanken pflegen. Vielleicht kommt mal ein richtiger Koch dazu.“ Fürs gemeinsame Essen hinterher wäre auch ein neuer großer Esstisch mit Stühlen toll. Die alte Küche hat eine neue Bleibe im Jugendzentrum Stahlnetz gefunden.