Krefeld versinkt im Baustellenchaos

Krefeld versinkt im Baustellenchaos

Die Arbeiten am Ostwalldach und der Philadelphiastraße sorgen für neue Verkehrswege und lange Wartenzeiten in der Innenstadt.

Krefeld. Die Fahrbahnmarkierungen sind noch frisch. Das laute Klingeln der Straßenbahn ist unverkennbar. Die Straßenbahnen fahren wieder über die Philadelphiastraße. Wie zu Zeiten des Haltestellenneubaus dient die Parallelstraße des Ostwalls wieder als General-Umleitung. Denn seit Montag arbeiten die Monteure wieder am Dach der Haltestelle. Defekte und fehlende Glasscheiben werden erneuert. Der Verkehr ruht deshalb rund um Krefelds meist frequentierten Umsteigepunkt. Während der Bauphase ist der Ostwall zwischen Alte Linner Straße und Sankt-Anton-Straße für den individuellen Verkehr und die Straßenbahn gesperrt.

Foto: Jochmann

Die Folge: Der Stadtverkehr am Montag schleicht vor sich hin. Erschwerend kommt hinzu, dass die Philadelphiastraße parallel zwischen Goethestraße und Bleichpfad ebenfalls seit Montag erneuert wird. Ab der Goethestraße ist die Durchfahrt Richtung Süden gesperrt. „35 Minuten habe ich von der Kreuzung Moerser Straße/Philadelphiastraße bis zur Rheinstraße am Montagmorgen gebraucht“, ächzt Wolfgang Geimer. Wie ihm ergeht es vielen, die von der Nieper Straße kommend in die Innenstadt wollten. Weil das Teilstück zwischen Moerser Landstraße und Flünnertzdyk derzeit auch noch neu geteert wird, sind die Wege von Niep aus (Krefelder Straße) in die City zu einer echten Herausforderung geworden. Und in der Innenstadt staut sich deshalb der Verkehr.

Dutzende Autofahrer versuchen dem Chaos über die Steckendorfer Straße auszuweichen. Andere umfahren die Philadelphiastraßen-Baustelle durch das Bismarckviertel.

Ebenfalls voll ist es auf der Neuen Linner Straße, die aus Süden kommend die Umleitung zum gesperrten Ostwall bildet und den Verkehr in Richtung Philadelphia- und Uerdinger Straße ableiten soll. Der Erfolg hält sich in Grenzen. Pendler haben es mit den Bussen deutlich einfacher.

Denn die dürfen die eigens für die Arbeiten am Ostwalldach installierte Schranke gegenüber dem Sparkassen-Gebäude passieren. Fußgänger und Radfahrer freut die Zugangssperre für Pkw und Straßenbahnen ebenfalls. Die abgeflachte Bordsteinkante an der Ostwallhaltestelle wird im Bereich Neue Linner Straße zum autofreien Übergang. „Jetzt muss ich hier nicht mehr Ewigkeiten an der Ampel gegenüber der UdU warten“, sagt eine Fußgängerin. Derweil hat die Montagefirma begonnen, den Haltestellenbereich am Ostwall mit Sicherungszäunen abzusperren.

Nach und nach sollen in den kommenden Tagen die beschädigten und fehlenden Glasscheiben ausgetauscht werden. Mindestens drei Wochen plant die Stadt für die Arbeiten ein. Parallel wird im Hintergrund an einer Lösung gearbeitet, wer schlussendlich als Verursacher für die Schäden an den Glaselementen haftbar zu machen ist. „Zu den finanziellen Regelungen steht nach der Fertigstellung voraussichtlich eine rechtliche Klärung zwischen Stadt, der Baufirma, dem Architekten und der externen Bauüberwachung an“, heißt es dazu von der Stadt.

Die Fertigstellung des Glasdachs habe aber Priorität, darauf haben sich die Verantwortlichen geeignet. Probleme hatte bislang auch immer die Reinigung des Daches gemacht. Aufgrund der ungeklärten Haftung beim Betreten der Glaskonstruktion wurde bislang von einem Hubwagen aus gesäubert. Weil dazu der Strom der Haltestelle abgestellt werden musste, fanden die Arbeiten meist nachts statt. Nach Beendigung der jetzigen Ausbesserungsarbeiten soll das Glasdach von oben gereinigt werden. Einmal pro Jahr soll das gesamte Glas-Stahl-Konstrukt gesäubert werden. Je nach Bedarf aber auch häufiger.

Mehr von Westdeutsche Zeitung