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Krefeld: Verpflegung für Wohnungslose ist gesichert

Corona-Pandemie : Verpflegung für Wohnungslose ist gesichert

Diakonie hat für die Ernährung von Bedürftigen über 50 000 Euro von der Aktion Mensch und 8500 Euro vom Land erhalten.

Wie bleibt man in der Corona-Krise daheim, wenn man kein Zuhause hat? Diese Frage stellt sich Wohnungslosen, die sonst regelmäßig Hilfsangebote nutzen, wie beispielsweise die Bahnhofsmission der Diakonie. Sie war geschlossen und ist jetzt nur für jeweils eine Person geöffnet, weil sie so klein ist. Die Menschen, die auf der Straße leben, in Krefeld sind das geschätzt unter 300, sind von den Einschränkungen im öffentlichen Leben besonders hart betroffen.

„Um dem abzuhelfen, gibt es erfreuliche Nachrichten“, erklärt Ludger Firneburg, Geschäftsführer der Diakonie. „Wir haben Fördergelder für die Verpflegung von Wohnungslosen und Bedürftigen und die dafür nötige Koordination mehr als 50 000 Euro von der Aktion Mensch bekommen.  Und 8500 Euro für Lebensmittelgutscheine, Kleidung und Schutzausrüstung wie Mundschutze vom Land NRW.“ Die Diakonie schießt noch einmal knapp 10 000 Euro dazu.

Probleme gebe es für die Wohnungslosen wegen der Kontaktbeschränkungen in den Geschäften und auch wegen der Tatsache an sich, sich weniger im öffentlichen Raum aufhalten zu dürfen, berichtet er weiter.

„Die Zahlen der erfassten Wohnungslosen sind folgende: In der Notschlafstelle Lutherstraße nächtigen in normalen Zeiten etwa 40 Personen pro Nacht. Während der Corona-Zeit ist es wegen der Abstandsregeln die Hälfte“, erklärt Firneburg. „Die anderen werden an die städtische Einrichtung an der Feldstraße verwiesen. Dort gehen derzeit etwa 30 Menschen ein und aus, sonst sind es unter zehn. Als Aufenthaltsraum wurde ein Zelt aufgeschlagen. An beiden Stellen gibt es derzeit dreimal täglich eine Mahlzeit vom Caterer, die am Vortag angemeldet werden muss.“

106 Essen werden pro Tag
an Bedürftige ausgeteilt

106 Essen pro Tag werden insgesamt und mindestens bis zum 7. Juni mit Hilfe der Aktion Mensch ausgeteilt. Danach steige die Stadt finanziell ein, die Organisation bleibe in Händen der Diakonie. Dort ist bekannt: „Die Anzahl der benötigten Essen ist stabil. Es profitieren die Nutzer aller Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe inklusive Medimobil“, berichtet Karsten Ludwig, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Diakonie.

Die Corona-Soforthilfe des Landes umfasst bis zu 800 Gutscheine zu je fünf Euro für eine Mahlzeit und ein Getränk in drei lokalen Imbissen: Balkan Grill Marktstraße, Bistro im Hbf und Curryboxx am Lutherplatz. Außerdem wird davon Kleidung zur Verfügung gestellt.

Wie groß die Zahl der Wohnungslosen exakt sei, könne er nicht sagen, erklärt Firneburg, da viele der Menschen die offiziellen Unterkünfte nicht nutzten. „Nach der Krise wird es die Essensangebote in der Notschlafstelle nicht mehr geben, da die Menschen an ein selbstständiges Leben herangeführt werden sollen.“