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Krefeld: Verein "Seebrücke" vermutet rechtsextremen Anschlag auf sich

Extremismus : Seebrücke spricht von einem Brandanschlag

Der Verein Seebrücke bezeichnet den Brand von zwei Autos in Bockum auf seiner überregionalen Facebook-Seite als rechtsextremen Anschlag.

In der Nacht zum 30. September haben Unbekannte zwei Wagen an der Buschstraße in Bockum in Brand gesteckt (die WZ berichtete). Der Verein Seebrücke bezeichnet dies jetzt auf seiner überregionalen Facebook-Seite als rechtsextremen Anschlag. „Dies ist die zweite Attacke auf die Seebrücke-Bewegung innerhalb weniger Monate“, heißt es darin: Im Juni war im niedersächsischen Einbeck der Briefkasten einer Aktivistin gesprengt worden.

Die beiden Autos in Bockum gehören einer Frau und einem Mann, die schon bei verschiedenen Veranstaltungen – nicht nur von Seebrücke – als Redner aufgetreten waren. Im Gespräch mit unserer Zeitung vermutete der Mann, dadurch seien Extremisten auf seine Partnerin und ihn aufmerksam geworden.

Die Polizei hatte nach dem Feuer erklärt, man gehe von vorsätzlicher Brandstiftung aus, ein politischer Hintergrund sei nicht ausgeschlossen. Nichts spreche für einen technischen Defekt. „Wir stehen mit unseren Ermittlungen noch am Anfang“, erklärte jetzt Oberstaatsanwalt Axel Stahl auf Anfrage.

In Bockum hatte es jüngst auch Hakenkreuz-Schmierereien auf Hauswänden gegeben. Könnte es hier einen Zusammenhang geben? „Wir haben keinen Hinweis auf eine manifeste rechtsextremistische Szene in Krefeld“, sagt Stahl dazu. Er wehre sich gegen die Behauptung, Krefeld habe ein Nazi-Problem. Extremismus von Rechts und Links trete man, wenn erforderlich, mit den Mitteln des Rechtsstaates entgegen. So sei man schon vor Jahren mit einem NPD-Funktionär verfahren.

Das Seebrücke-Paar aus Bockum, das sich für die Aufnahme von Flüchtlingen einsetzt, lässt sich durch die brennenden Autos nicht entmutigen. „Ich kämpfe weiter“, betonte die Aktivistin auf einer Mahnwache, an der rund 60 Menschen teilnahmen. Bedroht worden waren beide vorher nicht. WD