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Krefeld: Vandalismus auf dem Hauptfriedhof - Polizei ist den Tätern auf der Spur

Vandalismus : Vandalismus auf dem Hauptfriedhof: Polizei ist den Tätern auf der Spur

56 Gräber zum Teil schwer verwüstet, Ordnungshüter wollen vor Ort ab sofort deutlich mehr Präsenz zeigen.

Nachdem am Wochenende auf dem Krefelder Hauptfriedhof zahlreiche Gräber von Unbekannten zum Teil schwer verwüstet worden waren, konnte die Polizei an Gegenständen Spuren sichern, die vielleicht von den Tätern stammen. Sie werden jetzt so schnell wie möglich ausgewertet, hieß es auf Nachfrage dieser Zeitung. Nach den bisherigen Ermittlungen des Staatsschutzes handelt es sich nicht um eine politisch motivierte Tat. Angaben zur Höhe des Sachschadens könnten noch nicht gemacht werden.

Seit Mai dieses Jahres hat es bereits sechs Fälle von Vandalismus auf dem Hauptfriedhof gegeben. Das Ausmaß der Verwüstung sei in den fünf Fällen zuvor aber bei weitem nicht so groß wie am Wochenende gewesen, so eine Sprecherin der Polizei. Betroffen waren demnach einzelne Gräber. Unbekannte hätten Lampen und Pflanzen beschädigt oder kleinere Grabsteine umgedreht. Es sei durchaus denkbar, dass es weitere Fälle gebe, die bisher aber von den Angehörigen nicht gemeldet wurden. Von Vandalismus auf anderen Krefelder Friedhöfen ist den Behörden nichts bekannt.

Die Polizei kündigte an, ab sofort auf dem Gelände selbst und im Umfeld des Hauptfriedhofes an der Heideckstraße eine stärkere Präsenz zu zeigen. Die Streifen seien zu Fuß, mit dem Rad, dem Krad und mit dem Auto unterwegs.

Betroffen sind vor allem die Grabfelder 36, 36A, 46 und 47

Wie die Polizei erklärte, hätten sich nach Bekanntwerden des Vorfalls zahlreiche Menschen aus ganz Deutschland gemeldet, um sich darüber zu informieren, ob möglicherweise ein Grab eines Angehörigen von der Zerstörung betroffen sei.

Nach Angaben des Kommunalbetriebs Krefeld (KBK), der für die Friedhöfe zuständig ist, hat eine Überprüfung am Montag ergeben, dass hauptsächlich die Felder 36, 36A, 46 und 47 betroffen sind. Weiter heißt es: „Da leider aufgrund der Grabstättenart und der Art der Beschädigung keine eindeutigen Grabstättenzuordnungen möglich sind, werden Angehörige der vorgenannten Grabfelder gebeten, vor Ort zu überprüfen, ob sie betroffen sind.“ Der KBK will den Friedhof, gemeint sind vor allem die Wege, zeitnah so herrichten, „dass die Würde des Ortes wiedergegeben ist“.

Die Beamten waren am Samstag gegen 8 Uhr von Friedhofsbesuchern über die Zerstörung informiert worden. Den Beamten bot sich nach eigenen Angaben auf dem Hauptfriedhof ein Bild der Verwüstung: Die bislang unbekannten Täter beschädigten insgesamt 56 Gräber, davon 25 Urnen- und 18 Erdeinzelgräber. Sie nahmen nach Angaben der Polizei Grableuchten und Blumenschalen weg, gruben diese teilweise aus und rissen die Bepflanzungen heraus. Anschließend verteilten sie eine Vielzahl der Gegenstände auf den Wegen des Friedhofs. Die Höhe des Schadens kann noch nicht beziffert werden. „Vor allem der ideelle Wert wird sehr hoch sein“, heißt es dazu aber von Seiten der Ordnungshüter.

Zerstörung, die sich nicht gegen bestimmte Gräber richtet

Offensichtlich sind die Täter wahllos vorgegangen, weil nicht zu erkennen ist, dass sich die Verwüstungen gegen bestimmte Gräber richten. Beim Zerschlagen von Schalen und Figuren, dem Herausreißen von Pflanzen oder dem Umherwerfen von Grableuchten ist jenseits der Zerstörung kein System zu sehen.

Nach Angaben der Krefelder Polizei hat das Thema in den Sozialen Netzwerken zwar „hohe Wellen geschlagen“, bislang seien aber noch keine brauchbaren Hinweise auf die Täter oder den genauen Tatzeitpunkt eingegangen. Zeugen und mögliche Opfer der Zerstörung werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 6340 oder per Mail an hinweise.krefeld@polizei.nrw.de mit der Polizei in Verbindung zu setzen.