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„Krefeld und Keramik gehören zusammen“

Kunst : „Krefeld und Keramik gehören zusammen“

Die Produzenten-Galerie „ebenErdig“ hat am Karlsplatz eröffnet.

Auch wenn in Krefeld viele Geschäfte schließen, haben sich Porzellan-Designerin Dörte Scherbart und fünf ihrer Kolleginnen nicht davon abhalten lassen, einen Laden mit ihren Arbeiten am Karlsplatz zu eröffnen. Direkt gegenüber dem Kaiser-Wilhelm-Museum und am neu gestalteten Museumsvorplatz stellen sie in ihrer Produzenten-Galerie „ebenErdig“ Geschirr, Schmuck und Dekorations-Objekte aus eigener Herstellung aus und bieten diese dort auch zum Verkauf an.

„Wir haben schon öfters überlegt gemeinsam etwas in dieser Art zu machen“, erzählt Dörte Scherbartt, die Schmuck aus eingefärbten Porzellanmassen sowie Gefäße, Becher und Schalen herstellt. „Ich arbeite im Bio-Laden nebenan und als das Ladenlokal frei wurde, habe ich mit meinen Kolleginnen gesprochen und gemeinsam haben wir uns dazu entschieden, das Geschäft zu mieten“, sagt sie.

Bereits im März wurde der Mietvertrag unterschrieben. Mit der Eröffnung wurde jedoch noch gewartet, bis die Bauarbeiten am Karlsplatz fertiggestellt waren. Die Zwischenzeit nutzten die Damen unter anderem, um einen passenden Namen für ihre kleine Galerie zu finden. „Die Namensfindung hat lange gedauert“, erinnert sich Ruth Kirsch, die sich auf die Herstellung von Gebrauchsobjekten und Geschirr spezialisiert hat. „Man möchte sich ja in dem Namen wiederfinden. Er soll griffig sein und auch etwas poetisch, und natürlich darf es ihn noch nicht geben.“ Vergangene Woche wurde dann unter dem Namen „ebenErdig“ eröffnet. „Die Lage hier hat es uns besonders angetan“, schwärmt Dörte Scherbartt. „Und der nun fertiggestellte Platz ist sehr schön geworden.“

Sie hofft, dass sich noch mehr Gastronomie und Geschäfte ansiedeln werden, und, dass die Durchfahrt für Autos weiterhin verboten bleibt. „Der Platz ist schon so schön belebt mittlerweile. Vielleicht fehlt ein bisschen Grün, aber da können wir ja auch zu beitragen und haben uns schon überlegt, vor unserem Geschäft ein paar bepflanzte Blumenkübel aufzustellen.“

Die sechs Designerinnen kennen sich schon seit vielen Jahren, teilweise noch aus Studienzeiten an der hiesigen Hochschule. „Manche von uns kennen sich seit 40 Jahren“, erzählt Ruth Kirsch. „Wir haben alle Keramik-Design studiert, einige haben sich auf Porzellan und einige auf Keramik spezialisiert.“ Ihre Arbeiten stellen sie regelmäßig beim jährlichen Atelier-Rundgang vor und verkaufen sie auf Keramikmärkten in ganz Deutschland. Dort aber immer jede für sich. Im Geschäft am Karlsplatz finden die Kunden jetzt auf 15 Quadratmetern die sieben unterschiedlichen Stilrichtungen der Designerinnen zentriert an einem Ort.

Einmal im Monat wird das Sortiment neu kuratiert. „Der direkte Kontakt zu den Kunden ist uns sehr wichtig“, sagt Ruth Kirsch. Gilda Dankert-Michalk, die Schalen und Tassen designt, ergänzt: „Die Gespräche mit den Kunden sind eine unheimliche Motivation für uns weiterzumachen.“

Wer den Designerinnen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen möchte oder Interesse an weiteren Objekten hat, hat auch die Möglichkeit, sie in ihren Ateliers zu besuchen. Der Laden am Karlsplatz ist für die sechs Frauen ein Experiment, wie sie selber sagen.

„Die Resonanz bisher ist sehr gut. Wir sind mit viel Freude und Freundlichkeit hier empfangen worden“, erzählt Antje Schwittmann-Schops. Sie designt Tierplastiken für den Innen- und Außenbereich. Und sie hofft weiter auf Zuspruch. „Für die Zukunft würden wir uns wünschen, dass unser Geschäft gut angenommen wird“, sagt sie. „Krefeld braucht so kleine spezielle Läden“, ergänzt Gilda Dankert-Michalk. „Und Krefeld und Keramik gehören doch auch irgendwie zusammen.“