Krefeld und das Problem mit den Bädern

Schwimmen : Grüne: Stadtwerke sollten Bäder betreiben

Partei hat Zweifel an einer schnellen Lösung für das Sommerbad in Hüls.

Im Sportausschuss waren sich die Fraktionen einig: Die Krefelder Stadtverwaltung soll alle notwendigen Maßnahmen zu einer schnellstmöglichen Wiedereröffnung des Hülser Sommerbades ergreifen. Das sei „ohne Zweifel auch im Sinne der Hülser Grünen“, heißt es in einer Presseerklärung der Fraktion. Allerdings zweifele man stark daran, dass es eine schnelle Lösung geben kann.

„Wir können ja viel von der Verwaltung fordern, sollten aber den Realitätssinn nicht verlieren“, meint der Sprecher der Hülser Grünen, Günter Föller. „Die beschränkten personellen Ressourcen und das Fehlen der notwendigen Haushaltsmittel lassen eine baldige Lösung in die Ferne rücken.“

Wie berichtet, kann das Bad im Sommer nicht genutzt werden. Das hatte Sportdezernent Markus Schön mit Blick auf eine Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen erklärt. Diese hatte festgestellt, dass es sich hier um einen Zwitter zwischen Natur- und Freibad handelt. Mit Blick auf betonierte Beckenumrandungen seien strengere Auflagen einzuhalten. Geschieht dies nicht und es kommt zu einem Unglück, seien die Verantwortlichen der Stadt voll haftbar.

Die Grünen halten fest, dass das Hülser Bad mit Blick auf Eishallen, Bezirkssportanlagen und die Schwimmbäder in Uerdingen, Bockum und Fischeln nicht die einzige Baustelle bei den Sportstätten sei. „Spätestens wenn das Gutachten zur Sanierung des Bockumer Badezentrums vorliegt, werden wir erkennen müssen, dass die Stadt nicht aus eigener Kraft in der Lage sein wird, ihre Bäder zu erhalten“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Thorsten Hansen.

Als Lösung bringen die Grünen eine von den Stadtwerken betriebene Bädergesellschaft ins Spiel. Das Modell werde unter anderem in Düsseldorf, Viersen und Duisburg praktiziert, wo es gut funktioniere. Die Synergieeffekte lägen auf der Hand: Sie SWK liefere sowohl Wasser als auch Energie und verfüge über das entsprechende Know How. Die zweifellos entstehenden Verluste könne die SWK mit ihren übrigen Erträgen gegenrechnenen, so wie sie es bereits bei der SWK-mobil mache. Natürlich würden sich dadurch auch die erzielten Gewinne und damit die Ausschüttung an die Stadt verringern, aber zusätzliche Steuerersparnisse könnten die Verluste im Zaune halten. WD

Mehr von Westdeutsche Zeitung