Krefeld-Uerdingen Covestro plant weltweit Einsparungen

Viele Stellen werden wegfallen – wie viele es in Uerdingen sein werden, ist noch völlig unklar. Auch ein Verkauf des Chemiekonzerns bahnt sich an.

Der Chemiekonzern Covestro steht vor einem Stellenabbau – und möglicherweise vor einem Verkauf.

Der Chemiekonzern Covestro steht vor einem Stellenabbau – und möglicherweise vor einem Verkauf.

Foto: dpa/Oliver Berg

Der Chemiekonzern Covestro steht vor einem Stellenabbau. Das Unternehmen gab am Dienstag in Leverkusen bekannt, dass es bis Ende 2028 pro Jahr konzernweit 400 Millionen Euro einsparen will, davon 190 Millionen in Deutschland. Dies soll über Reduzierung der Personal- und Sachkosten erfolgen. Wie viele Stellen wegfallen, ist noch unklar. Es soll ein sozialverträglicher Abbau über Abfindungen, Altersteilzeit und andere Elemente sein. Laut einer Vereinbarung mit der Arbeitnehmerseite sind betriebsbedingte Kündigungen aber bis Ende 2032 ausgeschlossen – und damit vier Jahre länger als zuvor.

Covestro hat 17 500 Vollzeitstellen, davon circa 7000 in Deutschland. Im Uerdinger Werk gibt es nach Angaben des Unternehmens aktuell rund 1100 Mitarbeiter. Der Konzern stellt Hart- und Weichschaumstoffe sowie harte Kunststoffe etwa für die Auto-, die Bau-, die Elektronik- und die Möbelbranche her.

„Wir stehen als Unternehmen weiterhin vor großen Herausforderungen in einem sich immer schneller wandelnden Geschäftsumfeld. Daher ist es zwingend, die erfolgreiche Transformation von Covestro weiter voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft zu sichern“, so Thorsten Dreier, Technologievorstand und Arbeitsdirektor des Konzerns. Covestro gebe mit den Kollektivvereinbarungen ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland ab – „inklusive Zusagen in Investitionen in die Standorte sowie dem Verbleib der Konzernzentrale in Leverkusen“.

Chemieunternehmen wie Covestro leiden unter den Folgen des Ukraine-Krieges und damit verbunden hohen Gas- und Energiepreisen. Zudem erholte sich die Weltwirtschaft nicht so schnell wie erhofft von der Corona-Pandemie, auch weil China unter anderem wegen einer schweren Immobilienkrise als Treiber wegfiel. Seit einigen Monaten mehren sich zwar die Erholungssignale für die Branche, wirklicher Optimismus ist aber bislang nicht zu spüren.

Covestro, dessen Geschäftsbereich früher zum Bayer-Konzern gehörte, könnte in geraumer Zukunft von einer Firma aus den Vereinigten Arabischen Emiraten übernommen werden.

Fortschritte bei Verhandlungen mit Ölkonzern Adnoc

Am Montag hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es mit dem Ölkonzern Abu Dhabi National Oil (Adnoc) über eine mögliche Transaktion verhandele. „Wir haben in unseren Gesprächen mit Adnoc gute Fortschritte erzielt“, hatte Covestro-Chef Markus Steilemann gesagt. „Daher haben wir beschlossen, in konkrete Transaktionsverhandlungen mit Adnoc einzutreten.“ Adnoc soll einen Angebotspreis von 62 Euro je Covestro-Aktie in Aussicht gestellt haben – damit bewertet Adnoc Covestro mit knapp zwölf Milliarden Euro.

Die Mitarbeiter, auch in Uerdingen, seien bereits vorab intern über die Einsparpläne des Unternehmens informiert worden, so Konzernsprecher Przemyslaw Jedrysik. Was die Einsparungen und der mögliche Verkauf von Covestro genau für das Uerdinger Werk bedeuten, könne man derzeit noch nicht sagen: „Es handelt sich um eine weltweites Programm, konkrete Einsparziele für einzelne Standorte werden erst im Laufe des Programms entwickelt.“ Auch für Krefeld seien demnach noch keine Ziele beschlossen worden.