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Krefeld: Taubenfreunde sorgen am Moritzplatz für Rattenplage

Verbot interessiert Verantwortliche nicht : Taubenfreunde sorgen für Rattenplage am Krefelder Moritzplatz

In Krefelds Norden bleiben die Nager ein Problem. Auch weil jemand haufenweise Vogelfutter ausstreut. Der Kommunale Ordnungsdienst will sich nun auf die Lauer legen.

Seit mehr als einem Jahr gibt es auf dem Moritzplatz eine Rattenplage. Zum Teil sind die Nager den Besuchern des Areals mit Spielplatz fast über die Füße gelaufen. Die Spielplatzpaten hatten deshalb 2018 Alarm geschlagen. Seitdem gab es verschiedene Versuche, das Problem in den Griff zu bekommen. Doch die Ratten sind immer noch da.

Einer der Gründe, wie sich jetzt herausgestellt hat: Taubenfreunde, die die Vögel auf dem Platz füttern. Und zwar in großem Stil. Haufenweise Taubenfutter werden da morgens aus einem Auto geladen. Über das Kennzeichen wurde der Halter des Wagens auch bereits ermittelt. Doch der weist zurück, etwas mit dem Füttern zu tun zu haben.

Derzeit ist es auf dem Moritzplatz zwar eher ruhig. Aber an warmen Tagen ist die Fläche ein beliebtes Ziel für Familien. Nachdem die ehrenamtlichen Spielplatzpaten 2018 mit dem Rattenproblem an die Öffentlichkeit gingen, war einiges passiert. Abgesehen von einem Kammerjäger, der in regelmäßigen Abständen in einem guten Dutzend Rattenlöchern und in der Kanalisation Gift auslegt. Außerdem wurden Büsche im Grünstreifen entfernt, damit die kleinen Vierbeiner keinen Unterschlupf mehr finden. Einen Grund für die herumwuselnden Ratten benannten die Spielplatzpaten schon damals: liegengebliebenes Vogelfutter.

Trotz des Verbots werden die Tiere gefüttert

Dieses Problem ist bisher nicht gelöst. Tauben füttern ist an dieser Stelle verboten, worauf auch Schilder hinweisen. Das Ausmaß der Übertritte dieses Verbots ist allerdings weiter gewachsen. Wie schlimm es ist, wird gerade erst klar. Denn mittlerweile hat sich herausgestellt, dass jemand morgens mit dem Auto am Moritzplatz hält und haufenweise Taubenfutter verstreut. Auch das Kennzeichen ist inzwischen bekannt. Das Problem: Der Halter wurde vom eingeschalteten Ordnungsamt angeschrieben, weist allerdings jegliche Verantwortung für das Verstreuen des Futters von sich. Das wurde jetzt bei einer aktuellen gemeinsamen Begehung des Moritzplatzes von Politikern der Bezirksvertretung Nord und Vertretern der Stadtverwaltung deutlich.

Der Kommunale Ordnungsdienst will sich nun auf die Lauer legen und zu bestimmten Zeiten den Platz kontrollieren, berichtete Wolfgang Hildach, stellvertretender Bezirksvorsteher Nord, von dem jüngsten Termin mit Stadtmitarbeitern. „Das andere Problem ist allerdings, dass auch Eltern der Kinder, die dort spielen, Essbares liegen lassen. Das spielt selbstverständlich auch eine Rolle. Aber die Frage ist, wie man das ändern will.“

Die Spielplatzpaten, die vor einem Jahr Alarm schlugen, hatten unserer Zeitung vor einem Jahr berichtet, dass viele Besucher des Moritzplatzes meinten, die Ehrenamtler seien für den herumfliegenden Abfall zuständig. Immer wieder haben sich die drei Paten in der Vergangenheit auch tatsächlich mit Besen, Schaufeln und Mülltüten ans Aufräumen gemacht. Obwohl das nicht zu ihren Aufgaben gehört. Was sie freiwillig machten, sei das Eine. Aber das manche Eltern und Anwohner es für eine Selbstständigkeit hielten, ärgere sie sehr.