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Krefeld: Streit nach gescheiterter Wiederwahl von Beate Zielke

Politik in Krefeld : Gescheiterte Zielke-Wiederwahl sorgt für Wirbel

Stadtdirektorin Beate Zielke ist nicht wiedergewählt worden – das sorgt auch am Tag nach dem Ratsentscheid in Krefeld für Diskussionen.

Stadtdirektorin Beate Zielke ist nicht wiedergewählt worden – das sorgt auch am Tag nach dem Ratsentscheid für Wirbel bei der CDU. Wie berichtet, hatte es in geheimer Abstimmung nur 23 Stimmen für Zielke gegeben – wohl aus dem Lager von CDU und FDP. Mit 33 Stimmen durchsetzen konnte sich aber SPD, Grüne und Linke, deren Vertreter gegen eine verlängerte Amtszeit für die Stellvertreterin des Oberbürgermeisters waren.

In der Niederlage kann Fraktionsvorsitzender Philibert Reuters kein Versäumnis der CDU erkennen: „Die Wiederwahl von Frau Zielke war fest mit der SPD bereits vor anderthalb Jahren ausverhandelt.“

Zu dem damals festgelegten Gesamtpaket habe gehört, dass die CDU die Dezernate Kämmerei und Stadtdirektor/in behält und im Gegenzug die SPD den Zugriff aus das Dezernat Schule und Sport sowie das Bau- und Planungsdezernat erhalte. „Nun hat die SPD Wortbruch begangen“, sagt Reuters.

Die Leitung des Umwelt-Dezernats werde jetzt an die Grünen gehen – über die mutmaßliche Wunschkandidatin aus Oberhausen wurde schon am Rande der Sitzung spekuliert. „Niemand in der Stadt wird es wundern, dass nach Ausschreibung der Nachfolge Zielkes eine Bewerbung von Markus Schön eingeht“, ergänzt Reuters.

Kerstin Jensen, Oberbürgermeister-Kandidatin der CDU, übt ebenfalls Kritik. Die Abwahl von Zielke sei „reine Machttaktik“. Es sei bereits jetzt absehbar, dass „die linke Ratsmehrheit frei geschaufelte Stellen dafür nutzen wird, um die eigene Klientel zu versorgen“.

SPD-Fraktionschef Benedikt Winzen hält dagegen: Es gebe gar keine Vereinbarung mit der CDU, obwohl seine Fraktion dies mehrfach versucht habe. Es habe auch keine Zusage gegeben, Zielke wiederzuwählen. Denn aus Sicht der SPD sprächen mehrere Gründe dagegen. So seien die Bereiche Digitalisierung und Smart-City stiefmütterlich behandelt worden. Auch bei Personalentwicklung und Personalgewinnung befinde sich die Stadtverwaltung „weit hinter ihren Möglichkeiten“.

Da die Amtszeit von Stadtdirektorin Zielke zum 30. August endet, ist aus Sicht von Winzen genügend Zeit, um insbesondere die Themen im Gesundheitsbereich, für den sie sich seit dem 1. Januar 2020 kommissarisch verantwortlich zeige, neu zuzuordnen. „Der Corona-Krisenstab wird weiter von Oberbürgermeister Meyer geleitet.“