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Krefeld: Starkregen-Unwetter sorgt für Hunderte Einsätze - überflutete Straßen

„Dramatische Lage“ : So heftig hat das Unwetter mit Starkregen Krefeld getroffen

Ein Unwetter mit heftigem Starkregen hat in Krefeld für überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und Verletzte gesorgt. Auch eine Schule und die Kulturfabrik sind betroffen - ein extremer Dauereinsatz für die Feuerwehr.

Ein Unwetter mit Starkregen hat in Krefeld für hunderte vollgelaufene Keller und überflutete Straßen gesorgt. Fahrzeuge steckten in überfluteten Unterführungen fest, Keller liefen zum Teil laut den Angaben der Feuerwehr bis zum Erdgeschoss voll mit Wasser. Im Bereich der Hafelsstraße stürzte ein Teil eines Flachdaches ein, das den Wassermassen nicht mehr standgehalten hatte – „die Bewältigung dieses Unwetterereignisses wird die Feuerwehr und die Mitarbeiter der Stadt sowie der technischen Stördienste noch mehrere Tage beschäftigen“, teilte die Feuerwehr in der Nacht zu Mittwoch mit. Laut den Angaben wurden mehrere Menschen verletzt, „hauptsächlich Prellungen, aber auch ein Knochenbruch, die in erster Linie aufgrund von Stürzen in den Wassermassen entstanden sind“, so die Einsatzkräfte.

Unwetter mit Starkregen in Krefeld: Lage war für Feuerwehr„dramatisch“ - Bürger mussten teilweise stundenlang auf Hilfe warten

Die Lage sei „dramatisch“ gewesen, erklärte Feuerwehrsprecher Kai Günther unserer Redaktion. Ein Starkregenereignis in dieser Form habe es in Krefeld „auf jeden Fall schon lange“ nicht mehr gegeben. Das Regengebiet habe sich gedreht und zunächst nicht mehr wegbewegt, Krefed sei der Mittelpunkt gewesen „das ging gefühlt zwei Stunden so“, sagte Günther. Gegen 20 Uhr habe der Regen begonnen „und steigerte sich sehr schnell in einen ausdauernden Sturzbach, der die Aufnahmekapazitäten der Kanalisation und Wasserabflüsse im Stadtgebiet überforderte“, so die Feuerwehr in einer Mitteilung in der Nacht. Es sei ein „außergewöhnlich intensiver Starkregen“ gewesen, der über dem mittleren und südlichen Stadtgebiet Krefelds niederging. Bei der Menge der eingegangenen Notrufe sei die Einsatzleitung gezwungen gewesen, die Einsätze zu priorisieren, hieß es in einer Mitteilung der Feuerwehr. Bürger mussten demnach „teils stundenlang auf Hilfe warten“, weil alle Kräfte an anderen Stellen im Einsatz waren. Kleinere Schäden hätten teilweise abgewiesen werden müssen. Die große Herausforderung sei es in der „heißen Phase“ gewesen, die Vielzahl der Einsätze in kurzer Zeit zu koordinieren, erklärte Kai Günther von der Feuerwehr unserer Redaktion. Über die Warn-App Nina war am Dienstagabend mitgeteilt worden, dass der Notruf 112 in Krefeld ausgefallen war, noch am Abend wurde diese Meldung wieder aufgehoben. Kein Wunder: Insgesamt habe es bis 2 Uhr mehr als 2000 Anrufe bei der Leitstelle gegeben, davon 800 Notrufe, so die Feuerwehr in der Nacht.

Die Einsatzkräfte seien von Dienstagabend bis zur Ablösung am Mittwochmorgen im Dauereinsatz gewesen. Eine Feuerwehrbereitschaft aus anderen NRW-Städten sei dafür angefordert worden. Daher könnten auch Kollegen aus Wuppertal, Remscheid oder Solingen am Mittwoch im Stadtgebiet zu sehen sein.Denn auch am Mittwochmorgen gab es noch zahlreiche Anrufe bei der Leitstelle der Feuerwehr. Die „größeren Baustellen“ seien abgearbeitet, so Günther. Bei der Leitstelle liefen aber fast noch minütlich Einsätze ein, die auf das Unwetter zurückzuführen sind, hieß es gegen 10.23 Uhr. Insgesamt seien bis zu diesem Zeitpunkt circa 500 Einsatzstellen gemeldet worden. Von den gemeldeten Einsätzen seien circa 130 noch nicht abgearbeitet.„Die Einsatzlage hält an“, schrieb auch die Freiwillige Feuerwehr Krefeld-Oppum bei Facebook.

Schule in Krefeld teilweise geflutet, Unterricht fällt aus - auch Kufa stark betroffen

 Das Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium in Krefeld-Fischeln musste für Mittwoch den Unterricht absagen. Teile des Gebäudes seien voll Wasser gelaufen, der stellvertretende Schulleiter spricht von einem Schock.

Auch das Gelände der Kulturfabrik wurde in Teilen geflutet. Während des Unwetters sind der Innenhof und teilweise die Sanitäranlagen voll Wasser gelaufen, teilte der Verein mit.

Teilweise steckten aufgrund der Wassermassen Autofahrer mit ihren Fahrzeugen auch auf offener Straße fest und konnten sich laut den Angaben nicht mehr aus eigener Kraft aus ihren Fahrzeugen befreien, hatte die Feuerwehr in der Nacht zu Mittwoch mitgeteilt.

Bei der Stadt Krefeld war man am Mittwochmorgen noch dabei, sich einen Überblick über die Auswirkungen im Stadtgebiet zu verschaffen, erklärte ein Sprecher der Stadt unserer Redaktion. Klar war, dass die Sportfreianlagen am Mittwoch zunächst geschlossen bleiben, hieß es bei Facebook.

Die Polizei erfasste von Dienstagabend bis Mittwochmorgen rund 122 „witterungsbedingte Einsätze“, bei denen einen Streifenwagen der Beamten rausgefahren ist. Zudem seien viele Anrufe an die Feuerwehr weitergeleitet worden. Bei den Einsätzen sei es etwa um Verkehrsbehinderungen oder „Alarmauslösungen“ gegangen.

DRK, MHD und THW und Kräfte aus den Kreisen Neuss, Viersen und der Stadt Duisburg unterstützten die Kräfte in Krefeld, um die größten Wassermassen zu beseitigen. Bis 2 Uhr seien so 300 unterstützende Kräfte in Krefeld im Einsatz gewesen.

Um nach dem Starkregen in Krefeld den Kollegen zu helfen, sind am Mittwochmorgen auch 116 Feuerwehrleute aus Remscheid, Solingen und Wuppertal nach Krefeld ausgerückt.

(pasch/dpa)