Krefeld: Stadthaus-Sanierung ist vom Tisch

Krefeld : Stadthaus-Sanierung ist vom Tisch

Die Weichen für die Zukunft des Seidenweberhauses und des Stadthauses in Krefeld sind gestellt. Auf dem Theaterplatz könnte ein neues Verwaltungsgebäude entstehen.

Das Seidenweberhaus wird bis zur Eröffnung einer neuen Veranstaltungsstätte von der Stadt „spielfertig“ gehalten. Danach ist Schluss für „Krefelds gute Stube“. Auch das von Egon Eiermann erbaute und als Stadthaus genutzte Verwaltungsgebäude soll wegen der steigenden Sanierungskosten nicht mehr von der Stadt selbst modernisiert werden. Das ist das Ergebnis einer dreistündigen intensiven Diskussion im Planungsausschuss unter Kenntnisnahme der Bezirksvertretung Mitte – und ein Zeichen dafür, dass es sich die Politiker nicht leicht gemacht haben mit einer weitreichenden Entscheidung.

CDU und SPD hatten kurz vor der Sitzung einen gemeinsamen Antrag vorgelegt, um die ineinander greifenden Verwaltungsvorlagen zur Zukunft des Seidenweberhauses, des Theaterplatzes und des Umfeldes sowie dem weiteren Vorgehen beim Stadthaus gemeinsam zu beraten und in acht Punkte aufgeteilt zu beschließen. Während die beiden großen Fraktionen und die Partei nach jahrelangen unterschiedlichen Meinungen inzwischen den Konsens gefunden haben, sind es nun Grüne, FDP und Linke, die vor allem beim Stadthaus ein Abrücken vom Modernisierungsauftrag ablehnen.

„Eine Sanierung des Stadthauses von Egon Eiermann ist nicht unter 80 Millionen Euro zu haben, die Generalsanierung des Seidenweberhauses nicht unter 60 Millionen Euro; macht summa summarum 140 Millionen Euro“, rechnet Jürgen Wettingfeld (CDU) vor. Bei einem Haushalt von über 900 Millionen Euro sei das ein Investitionsvolumen von 16 bis 18 Prozent – und damit eine Riesensumme. „Das wird die CDU nicht mitmachen“, so Wettingfeld. „Wir haben eine Verpflichtung den Bürgern gegenüber, zu einer Entscheidung zu kommen“, ergänzt Jürgen Hengst für die SPD.

Während die kleineren Parteien sich dafür ausgesprochen haben, den Zeitrahmen beim Stadthaus auf den 30. Juni 2019 zu erweitern und weitere Prüfungen gemäß des Denkmalschutzes durchzuführen, hat die Mehrheit dem eine Absage erteilt. Dem Verfall will man das unter Denkmalschutz stehende Gebäude dennoch nicht preisgeben. Es gebe potenzielle Interessenten, mit denen die Verwaltung und die großen Fraktionen im Gespräch seien.

Die Verwaltung soll eine Beschlussvorlage erarbeiten, die den Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes auf dem Theaterplatz möglich macht. Einig sind sich alle, dass es eine neue Verkehrsführung für den Individualverkehr in Ost-West-Richtung über die Ringe und eine Neugestaltung der St.-Anton-Straße geben soll. Alle, außer die FDP, stimmen der Anmietung einer neuen Veranstaltungstätte von einem privaten Anbieter an einem alternativen Ort zu – eine Europa weite Ausschreibung vorausgesetzt.

Der Rat hat am 26. November das letzte Wort.