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Krefeld: Stadt will bei nassen Kellern im Nordbezirk helfen

Umweltausschuss : Nasse Keller im Nordbezirk – Stadt arbeitet an einer Lösung

Die Keller im Nordbezirk trocken halten und gleichzeitig das Biotop Niepkuhlen erhalten. „Beides ist auf Dauer nicht in Sicht“, findet Günther Porst (FDP). „Beides zusammen wird eher ein Dauerproblem bleiben.“ Es dürfe aber auch keine langfristigen weiteren Untersuchungen mehr geben, um das Absaufen der Keller zu verhindern.

In einem Antrag hatten die Liberalen das Thema auf die Tagesordnung des Umweltausschusses und somit erneut in die Diskussion gebracht: „Es gibt dringend Handlungsbedarf.“ Denn spätestens im nächsten Frühjahr werden die LEG-Pumpen – die sich im Stand-By-Modus befinden – endgültig abgebaut. Die Mitglieder des Vereins „Trockene Keller im Nordbezirk“ haben zu den meisten Punkten andere Ansichten. Das Thema werde jetzt in der dritten Ratsperiode behandelt und auch die vierte beschäftigen, ärgert sich Porst weiter. Er will in seinem Antrag „die saisonale Verlandung der Niepkuhlen einerseits, das Grundwasser in Kellern von Häusern im Nordbezirk und das Oberflächenwasser im geplanten Neubaugebiet Wiesenhof andererseits“ behandelt wissen.

Ob Niepkulen damit zu retten sind, ist laut Beyer fraglich

Dazu sagt Beigeordneter Marcus Beyer: „Wir haben die betroffenen Anlieger im Nordbezirk angeschrieben, um weitere Informationen zu bekommen, um weitere Hotspots zu identifizieren. Wir sind aktuell dabei, wir werden einen Lösungsansatz für eine bessere Situation ausarbeiten.“ Es könnten jedoch nicht die Wasserentnahmen von früher erfolgen, sondern nur die Spitzen eines höheren Grundwasserstandes abgepumpt werden, sagt der Beigeordnete weiter. Ob die Niepkuhlen damit zu retten seien, sei fraglich, denn wenn sie trockenfallen, würde auch das Grundwasser niedrig sein.

Beyer weiter: „Wir können auch nicht beliebig pumpen, sondern brauchen eine wasserrechtliche Erlaubnis. Außerdem sind die Pumpen in privater Hand. Zudem müssten die Wassermengen gereinigt und gefiltert werden, bevor sie in die Kuhlen geleitet werden. Es kann keine Ewigkeitsaufgabe bleiben, aber wir haben die Probleme im Blick.“

Walter Fasbender, Vorsitzender des Vereins „Trockene Keller im Nordbezirk“, erklärt unumwunden: „Uns explodiert der Geduldsfaden. Wir fühlen uns hingehalten und fordern genaue Informationen und einen exakten Zeitplan.“ Er sieht die Möglichkeit, sowohl die Niepkuhlen als auch das Wasserschutzgebiet mit Wasser zu versorgen, indem einfach eine größere Menge abgepumpt werde, als nur die Spitze.

Außerdem habe er die Information, dass die relativ neuen LEG-Pumpen samt Leitungen für einen Anerkennungspreis von einem Euro von der Stadt übernommen werden könnten, berichtet Fasbender weiter. Er erinnert an die Worte von Oberbürgermeister Frank Meyer im Juni 2017: „Wir lassen keinen Krefelder im Wasser stehen.“ Für die Stadt müsse doch die Erhaltung des Naturschutzgebietes ebenfalls wichtig sein. Für Fasbender ist es auch keine Lösung, dass die anliegenden Bauern ihre Pumpen für die Niepkuhlen laufen lassen sollen.

Scharfe Kritik übt Axel Heimendahl (Grüne) an einer Stellungnahme von Michael Heß, Geschäftsführer von Haus & Grund Krefeld Niederrhein, der zum FDP-Antrag wie folgt Stellung genommen hatte: „Drei Fliegen mit einer Klappe: Erhalt der Niepkuhlen. Erhalt der Häuser im Nordbezirk und Entwässerung des Neubaugebiets Wiesenhof!“ Das einfache Verknüpfen der drei Themen bezeichnet der Grüne als „beinahe bösartig“. Heimendahl: „Es wurde damals im Nordbezirk in die Gegend gebaut, in der Wasser steht. Heute haben wir die Probleme. Mit Nachhaltigkeit zu bauen, wäre – aus heutiger Sicht - vernünftiger gewesen. Aus diesem Grund sollte das Baugebiet Wiesenhof erst gar nicht entstehen. Es ist eine städtebauliche Fehlentwicklung auf zehn Hektar Fläche. Auch hier muss das Wasser mit großem Aufwand beseitigt werden.“