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Krefeld: Stadt stellt Lüfter für Schulen bereit

Vorbereitungen in den Schulen : Stadt stellt Lüfter und Impfteams für Schulen bereit

Die Verantwortlichen der Stadt Krefeld gehen von einer vierten Corona-Welle aus und ergreifen Maßnahmen, damit Schulen und Kitas geöffnet bleiben können.

Die Stadt geht von einer sich schon bald erheblich verschärfenden Corona-Lage aus. „Es wird auch bei uns die vierte Welle geben, das ist ziemlich klar“, sagte Dr. André Wiegratz, der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes nach der Sitzung des Krisenstabes am Dienstag. Das liege vor allem daran, dass die hochansteckende Delta-Variante das Infektionsgeschehen dominiere. Gepaart mit einer nachlassenden Impfbereitschaft in der Bevölkerung müsse spätestens im Herbst mit rasant steigenden Fallzahlen gerechnet werden. Und da „Delta“-Studien zufolge auch eine viermal so hohe Krankenhaus-Behandlungsrate nach sich ziehe wie der Alpha-Typ des Coronavirus’, sei davon auszugehen, dass sich auch die Kliniken und Intensivstationen bald schon wieder mit Covid-Patienten füllen, sagte Wiegratz.

Die Stadtregierung hat infolge dieser Erkenntnisse nun ein Konzept entwickelt, wie der Start in Schulen und Kitas nach den Sommerferien Mitte August so erfolgen kann, dass Kinder nicht wieder zu Hause bleiben müssen. „Klar ist: Schulen und Kitas sind die Einrichtungen, die am stärksten von Nicht-Geimpften frequentiert werden“, sagte Stadtdirektor Markus Schön. Und deshalb versucht die Stadt jetzt, zur Mitte der Ferien, „vor die Lage zu kommen“, so Schön.

Impf-Mobile fahren zu weiterführenden Schulen

Konkret ist Folgendes geplant: Schon in der ersten Schulwoche sollen mobile Impf-Teams zu allen weiterführenden Schulen und insbesondere den Berufskollegs ausschwärmen, um allen Schülern ab 16 Jahren ein Impfangebot vor Ort zu machen. Außerdem soll es mobile Impfangebote auch an den großen Kita-Standorten mit sechs oder sieben Gruppen geben – dort allerdings nicht für die Kinder, sondern für deren Eltern und deshalb zu den üblichen Bring- und Abholzeiten.

Stichwort Lüftungsgeräte: Nachdem der Bund und das Land jetzt angekündigt haben, den Städten insgesamt 290 Millionen Euro für die Beschaffung mobiler oder fest zu installierender Lüftungsgeräte zur Verfügung zu stellen, will die Stadt zugreifen. Schön: „Wir werden mobile Lüfter jetzt sukzessive überall dort anschaffen, wo Räume nicht gut gelüftet werden können, etwa weil Fenster nur auf Kippe zu öffnen sind.“ Solche Geräte pauschal für alle Räume anzuschaffen, sei nicht machbar und auch nicht sinnvoll, betonte der Stadtdirektor und Schuldezernent: „Das natürliche Lüften bleibt der beste Schutz.“

Weil die Ausstattung sicher nicht ganz schnell vonstatten gehen wird, setzt die Stadtregierung Prioritäten: Zuerst kommen die Jahrgangsstufen eins bis sechs an die Reihe; bei den Schulen werden die bevorzugt bedacht, die eine sozial eher benachteiligte Klientel betreuen. Schön versprach darüber hinaus, dass ab sofort bei allen Neu- und Erweiterungsbauten an Schulen fest installierte Lüftungsgeräte Standard werden. Ansonsten gelten viele Vorsichtsmaßnahmen an Schulen und Kitas auch nach den Ferien weiter. Das betrifft insbesondere die „AHA+L“-Regeln inklusive der Maskenpflicht für alle Anwesenden. Außerdem wird weiter getestet. An den Kitas werden, sofern die Sieben-Tage-Inzidenz wieder über 35 liegt, die Lolli-Pool-PCR-Tests zweimal in der Woche durchgeführt; das Gleiche gilt für Grund- und Förderschulen. An den weiterführenden Schulen werden die vom Land zu beschaffenden Schnelltests zweimal pro Woche von allen verpflichtend vorgenommen, kündigte der Stadtdirektor an. 

Die Stadt setzt darauf, dass durch all diese Maßnahmen gewährleistet ist, dass immer der komplette Präsenzunterricht stattfinden kann. „Es darf dann keine strikten Quarantänen mehr geben, auch wenn es zu Infektionsfällen kommt“, sagte Schön, denn die pädagogischen und psychosozialen Folgen seien ansonsten für viele Kinder und Jugendliche zu gravierend. Erforderlich sei nun ein bundeseinheitliches Vorgehen für den Präsenzunterricht. Schön: „Es kann nicht sein, dass in der Fußball-Bundesliga 25 000 Zuschauer kommen können, Kinder aber nicht in die Schule dürfen.“